In Oelsnitz ist es zum Gruseln

Auf Voigtsberg ging es sagenhaft zu. Für Kinder waren wundersame Gestalten und schaurige Geschichten ein Erlebnis.

Oelsnitz.

Der Schlosshof ist in ein diffuses Blaulicht getaucht. Von irgendwoher jault eine grässliche Stimme, und das Echo zwischen den jahrhundertealten Mauern verstärkt sie noch. Plötzlich knarrt ein eisernes Tor, und mit einem lauten Krachen fällt es ins Schloss. Aus dem Nichts taucht ein wilder Jäger auf, legt seine Flinte an und versucht, einen gleißenden Hirsch zur Strecke zu bringen. Er verschwindet so plötzlich, wie er aufgetaucht ist, und statt seiner erscheint eine Nixe. Sie sitzt auf dem Rand des Brunnens und kämmt sich das Haar. Und dann wieder dieses Krachen und Jaulen. Die Kinder rücken näher zusammen, denn so ganz geheuer ist es ihnen nicht, was sich da vor ihnen abspielt. Aber spannend auf jeden Fall.

Zur Sagennacht am Samstag auf Schloss Voigtsberg sollten die vier Dutzend Jungen und Mädchen nicht verschreckt werden. Aber eine Szenerie wie diese in Oelsnitz bietet sich geradezu an, in die Vergangenheit abzutauchen, im Spiel Kindern von heute zu zeigen, wie Menschen früher lebten. Auch dies: In stimmungsvoller Atmosphäre zu erzählen, welche Geschichten um mystische Begebenheiten und wundersame Personen, die sich auf Voigtsberg zutrugen sich unsere Vorfahren von Generation zu Generation weitererzählten, weil in den Geschichten immer auch ein Körnchen Wahrheit steckte, sie oder aber ihrer Fantasie entsprangen und sie keine Erklärung dafür hatten. Sagen eben. Von der Weißen Frau, der Wilden Berta, der Schwarzen Pest, von nach seinem Schatz grabenden Schösser, einer den Heimweg weisenden Laterne oder vom Grauen Männchen.

Wie beliebt diese Veranstaltungsreihe auf Schloss Voigtsberg ist und wie gut es Museumsmitarbeitern und Mitgliedern des Fördervereins Schloss Voigtsberg gelang, die Vergangenheit in historischen Bildern ein Stückchen lebendig werden zu lassen, zeigte sich auch bei der zehnten Auflage. Den Kindern gefiel es, zumal sie am Ende des Rundgangs mit schokosüßen Goldstücken belohnt wurden. Wo die Eltern waren? Für sie ist die Sagennacht nicht gedacht, deshalb mussten sie knapp eine Stunde vor dem Tor ausharren.

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