Inkas musikalische Lebensreise

Viel zu erzählen, viel zu singen: Inka Bause machte mit ihrem Programm "Lebenslieder" Station in Bad Elster. Gemeinsame Erinnerungen teilt sie auch mit zwei Vogtländern, die im Publikum saßen.

Bad Elster/Klingenthal.

Die Freude war sichtlich groß, als Inka Bause in den Reihen des sehr gut gefüllten König-Albert-Theaters in Bad Elster zwei Menschen erblickte, die sie noch aus ihren Kinder- und Jugendtagen sehr gut kennt: Eugenia und Horst Deglau, die ehemaligen Betreiber des Buschhauses in Mühlleithen.

Die Künstlerin hat einen besonderen Bezug zu dem ehemaligen Hotel, welches letztes Jahr abgerissen wurde. Wie Eugenia Deglau erzählt, war Inka als Kind mit ihrer Familie um ihren bekannten Vater, den Komponisten Arndt Bause, dort oft zu Gast. "Bis Inka ungefähr 20 Jahre alt war, kam die Familie über viele Jahre nach Mühlleiten, um ihren Winterurlaub im Vogtland zu verbringen. Wir hatten immer einen guten Draht zu ihnen. Ihr Vater war genauso wie sie. Ein lustiger Mensch, der viel geredet hat", erinnert sich die Klingenthalerin. Wie Horst Deglau aus dem Nähkästchen plaudert, saßen er und seine Frau oft privat mit der Familie Bause zusammen. Und so kam es, dass die Vogtländer zu den Ersten gehörten, die den Entwurf des Songs "Sing, mei Sachse, sing" von Arndt Bause zu Gesicht bekamen. Er hatte einst die Melodie dazu komponiert. "Die Urfassung des Liedes hat er uns damals gegeben. Wir haben uns wirklich gut verstanden. Das Inka uns während des Konzertes erkannte und ansprach, das hat uns sehr gefreut", sagt Horst Deglau. Das Konzert in Bad Elster empfanden beide als sehr abwechslungsreich. "Jeder, der in er DDR großgeworden ist, kennt diese Lieder. Durch die Band kommen sie frisch rüber und klingen nicht nur nach Schlager", freute sich Eugenia Deglau.


Es waren Lieder, welche Inka Bause durch ihr ganzes Leben begleiteten - von klein auf, aus ihrer Kindergarten- und Schulzeit bis heute. So durften die Besucher in Erinnerungen schwelgen und sangen "Dornröschen war ein schönes Kind" "Kam ein kleiner Teddybär", "Bonbons und Schokolade" oder "Krokodil Theophil" lautstark mit. Es waren Lieder, die sich in die Köpfe der DDR-Kinder eingebrannt hatten. Somit konnte sich jeder am Sonntagabend noch einmal jung fühlen und sich an die eigene Kindheit und Jugend erinnern. Genau darauf zielte das Programm von Inka Bause größtenteils ab. Wie sie selbst sagte, würden nur wenige Leute im Westen diese Lieder kennen. Deshalb sei sie mit ihrem Programm nur in den neuen Bundesländern unterwegs.

Ihre Show war aber auch eine Würdigung an zwei ihrer wichtigsten Menschen in ihrem Leben: ihren vor 16 Jahren verstorbenen Vater und ihren ebenfalls verstorbenen Ex-Ehemann, dem Komponisten und Sänger Hendrik Bruch, mit dem sie einst die Talentebude im DDR-Kinderfernsehen moderierte. Es ist ihr wichtig, die Lieder ihres Vaters am Leben zu erhalten. Kompositionen, die Sänger wie Frank Schöbel (Ich geh' vom Nordpol zum Südpol) oder Wolfgang Lippert (Erna kommt) bekannt machten. "Mein Vater hat viele Lieder für andere Künstler komponiert. Es gibt nicht mehr viele, die sie singen. Ich habe die Möglichkeit, das musikalische Erbe weiter zu tragen", so Inka.

Zu DDR-Zeiten war die heute 50-Jährige ein Teenie-Star. 1984 landete sie mit dem Song "Spielverderber" ihren ersten Hit. Nach der Wende war sie die erste ostdeutsche Interpretin, die bei der ZDF-Hitparade mit "Aber Du" den dritten Platz belegte. Beide Lieder sowie Songs aus ihrem aktuellen Album "Mit offenen Armen" durften in Bad Elster ebenfalls nicht fehlen. Nach ihrem Konzert nahm sie sich noch ausführlich Zeit und erfüllte Autogramm- und Fotowünsche.

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