Innung startet Offensive: Mehr Öffentlichkeit, mehr Leistung

Die Interessenvereinigung der Instrumentenbauer will durch Aktionen mehr Präsenz zeigen und somit fit für die Zukunft sein.

Markneukirchen.

Innung klingt für manche Menschen nach Mittelalter, nach Geschichte ohne Morgen. Die Innung des vogtländischen Musikinstrumentenhandwerks Markneukirchen will bei aller Achtung für fast 350 Jahre eigene Tradition mit dieser Vorstellung aufräumen. Aktiv nach außen und für ihre Mitglieder da - diesen Leitsatz soll ein Bündel an Vorhaben unterstreichen. "Freie Presse" nennt die Initiativen.

Ausstellung in der Musikhalle: Wenn am morgigen Donnerstag der 54. Internationale Instrumentalwettbewerb Markneukirchen beginnt, stellen sich heimische Handwerker zum Empfang (19 Uhr) im Foyer der Musikhalle mit ihren Instrumenten vor. Teilnehmer, die Jury und Gäste erhalten einen Einblick, was im Musikwinkel gebaut wird.


Fokus auf Bogen, Geigen und Gitarren: Am Montag, 13. Mai lädt die Innung ab 18 Uhr (Musikhalle) zum Gang zum Gerber-Hans-Haus. Hier präsentieren sich 18.30 Uhr Geigen- und Bogenmacher mit dem Schwerpunkt "Back to the Future - Bogenbau in Markneukirchen zwischen Vergangenheit und Zukunft". Ab 18.30 Uhr spricht Professor Andreas Michel, Leiter des Studiengangs Musikinstrumentenbau Markneukirchen, im Musikinstrumenten-Museum über Gitarrenbau in Sachsen und Thüringen um 1800.

Schaufenster-Aktion: Die Innung ruft auf, Schaufenster in Markneukirchen in der Zeit des Wettbewerbs (9.-18. Mai) zum heimischen Instrumentenbau zu dekorieren. Teilnehmer winken Freikarten für das Preisträgerkonzert am 18. Mai, 19 Uhr.

Imagebroschüre: Zeigen, welche Betriebe die Branche verkörpern - dazu entsteht dieses Jahr mit Förderung durch die Handwerkskammer eine Imagebroschüre. Anreiz für Innungsmitglieder: Sie sollen bei vergleichsweise moderaten Preisen für den Firmeneintrag einen deutlich geringeren Obolus zahlen als Betriebe, die nicht in der Innung sind.

Nachwuchsgewinnung: Aktuell gehören von 130 Firmen der Branche 46 der Innung an. Neue Mitglieder bräuchten Gründe, um sich zum Eintritt durchzuringen, betont Innungsobermeister Steffen Meinel.

Hilfe in der Praxis: Eine Methode, Mitglieder zu ziehen - Vorträge zu Themen, die die Arbeit der Instrumentenbauer beeinflussen. Gunter Ziegenhals (Institut für Musikinstrumentenbau Zwota) sprach zu Restriktionen beim Einsatz bestimmter Hölzer und Metalle im Instrumentenbau. Jürgen Petzold, der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkskammer, erklärte, was Instrumentenbauer zur Datenschutzgrundverordnung beachten müssen.

Präsenz nach außen: Im Februar stellte die Innung zum zweiten Mal in Bad Elster aus. Im Blick sind Fachmessen in Nürnberg und Leipzig im Oktober und November. Anfang April saß Steffen Meinel in Leipzig auf dem Podium und diskutierte auf der Außenwirtschaftswoche mit, was die Marke Made in Germany wert sei. "So wird man auf uns aufmerksam und weiß, dass es uns gibt", glaubt der Obermeister an den langfristigen Nutzen solcher Auftritte.


Joachim Schneider: Hohe Ehre

Joachim Schneider (79) aus Markneukirchen hat das Goldene Ehrenzeichen des Handwerks erhalten. Der Zupfinstrumentenmachermeister und langjährige Obermeister der Innung des vogtländischen Musikinstrumentenhandwerks wurde beim Frühjahrsempfang der Handwerkskammer Chemnitz im Alten Gasometer Zwickau geehrt. Der Gitarrenbauer verbinde "die Leidenschaft für den Musikinstrumentenbau mit dem Bestreben, Wissen weiterzugeben und das Handwerk der Region zu fördern", lobt die Kammer Schneiders Einsatz auch im Meisterprüfungsausschuss und im Vorstand der Kreishandwerkerschaft. (hagr)

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