Jägerswald will private Maifeuer verbieten

Weil die Anzahl der Feuer stetig steigt, ziehen die vier Ortschaften des Verwaltungsverbandes jetzt die Notbremse. Eine Hintertür bleibt jedoch offen.

Tirpersdorf.

Die Jägerswald- Gemeinden Tirpersdorf, Bergen, Theuma und Werda wollen die Anzahl der Walpurgis-Feuer deutlich reduzieren. Darauf haben sich Vertreter der Orte zur Sitzung des Verwaltungsverbands Jägerswald am Dienstagabend einmütig verständigt. Im Fokus stehen dabei die privaten Feuer, deren Anzahl in diesem Jahr auf 40 gestiegen war.

"Wenn wir nichts machen, werden es in jedem Jahr mehr", sagte Verbandsvorsitzende Carmen Reiher. "Die Entwicklung ist nicht zufriedenstellend." Im Ergebnis der Diskussion sollen künftig keine Privatfeuer mehr erlaubt werden. Stattfinden dürfen nur noch die größeren, als öffentlich geltenden Traditionsfeuer. Neun brannten davon in diesem Jahr in den Ortschaften. Ausgenommen sind auch Lagerfeuer in Feuerschalen.

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Doch was, wenn auch ein privat organisiertes Feuer in seinem Umfeld den Charakter einer Tradition hat? Diese Perspektive brachte Uwe Riedel aus Theuma in die Debatte ein und nannte als Beispiel ein Feuer an der Neumühle. Er mahnte, bei dem Thema "mit Fingerspitzengefühl" vorzugehen. Aber auch dafür wird es eine Lösung geben. Der Ball geht in diesem Fall an die Gemeinden. Sie sollen festlegen, welche privaten Feuer eine Tradition darstellen. Diese würden dann von den Gemeinden beim Verwaltungsverband beantragt und dürften somit stattfinden.

Als Alternative zum grundsätzlichen Verbot der privaten Feuer hatte Carmen Reiher auch eine Gebühr von 50 Euro vorgeschlagen, die möglicherweise regulierend wirken könnte. Die Stadt Adorf hat beispielsweise diesen Weg gewählt. Die Verbandsversammlung war sich jedoch einig, damit das Problem nicht zu lösen. Nur mit dem Verbot "kriege man Ruhe rein", sagte Tirpersdorfs Bürgermeister Reiner Körner (parteilos). "Alles andere ist auch nicht kontrollierbar." Einen weiteren Aspekt brachte Bergens Bürgermeister Günter Ackermann (Freie Wähler) in die Debatte. Er sieht Privatfeuer als Konkurrenz zu dem bisweilen mit viel Aufwand organisierten öffentlichen Feuern, in der Regel durch die Feuerwehr.

Befeuert wird das Verbot des privaten Brennvergnügens durch eine jüngst erfolgte Änderung der entsprechenden Verordnung im Freistaat. Das Verbrennen pflanzlicher Abfälle ist damit ausnahmslos verboten. "Damit hat sich das Thema ohnehin erledigt", sagte Ralph Six, Ratsmitglied in Tirpersdorf.

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