Kahler Felsen bietet Blick auf den historischen Kohlanger an der Großen Pyra

Zwischen Morgenröthe und Sachsengrund, wo der vom Aschberg kommende Europawanderweg Eisenach-Budapest (E 3) auf den 22 Kilometer langen Waldgebietsrundweg trifft, liegt der sogenannte Kohlanger. Dort trennt eine Felsformation den Heroldsbach von der Große Pyra, ehe sich beide dann doch vereinen. Seit der Fels entwaldet ist, bietet sich Wanderern von dort oben ein Ausblick, wie man ihn im oberen Vogtland nur selten findet. Wer dort unterwegs ist, wandert auf geschichtsträchtigem Terrain. Auf dem Kohlanger, wo der Sachsenforst erst kürzlich eine neue Schutzhütte errichtet hat, stand früher lange Zeit ein denkmalgeschütztes Köhlerhäusel. Es hatte 1946 bis 1949 Max Reichelt und dessen Gehilfen Emil Dörfel als Unterkunft gedient. Reichelt war der letzte Köhler in Morgenröthe-Rautenkranz. Gelernt hatte er die Kohlenbrennerei 1944 in Ottendorf-Okrilla bei Köhlermeister Karl Leonhardt. Max Reichelts Ertrag lag bei zwei bis drei Tonnen Holzkohle monatlich. Größter Abnehmer war - heute kaum mehr vorstellbar - die Automobilbranche, wenn man die Tankholz-Fahrzeuge der Nachkriegszeit so bezeichnen kann. Kleinere Mengen Holzkohle verkaufte Reichelt zudem an Gewerbetreibende zum Schmelzen von Edelmetall. Holzkohle wurde auch im Eisenwerk Morgenröthe verwendet - aber nicht mehr zum Schmelzen, sondern als Puder zum Ausstreuen der Formen vor dem Guss. Dadurch erhielten die Kunstguss- stücke eine besonders glatte Außenfläche. (tm)

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