Kindergarten Marieney: Viel Redebedarf

In der Bürgerfragestunde des Mühlentaler Gemeinderats war das Haus in Marieney ausführlich Thema. Es ging kontrovers zu.

Mühlental.

"Wir werden ständig, seit 2018/19, immer wieder vorgeführt, wir sollen uns entschuldigen, immer wieder rechtfertigen, warum wir nicht mehr Kinder in der Einrichtung haben", redete sich Birgit Funke, seit 35 Jahren Leiteri des kommunalen Kindergartens in Marieney, am Donnerstag Belastendes von der Seele. Der Kindergarten war öffentliches Gemeinderatsthema - erschienen waren so viele Eltern, dass abgezählte Plätze nicht reichten und anderthalb Stunden von allen unter Mund-Nase-Bedeckung absolviert werden mussten.

Birgit Funke zeigte ein Personalproblem auf: Zu wenige Erzieherinnen, dass die maximal 40 möglichen Kinder überhaupt betreut werden könnten. 35 seien das Maximale, wenn alle Kolleginnen mit Stunden raufgehen würden. Eine neue Kollegin habe sich sehr gut eingearbeitet, für eine weitere zu besetzende Stelle läuft Montag die Ausschreibung ab. Aktuell sind laut Vizebürgermeister Kai Peter (Wählervereinigung Tirschendorf) 23,5 Plätze im Kindergarten belegt. Bald sei man wieder bei 30, so Funke. Peter sprach von stark rückläufigen Kinderzahlen, forderte Funke mit markigen Worten auf, auf die Eltern zuzugehen. In der Situation ist nach seiner Ansicht erlaubt, über einen privaten Träger nachzudenken. Ein freier Träger könne Personalausfall besser abfedern. "Die Kostenfrage war nie ein Problem. Billiger wird es nicht. Aber warum nicht von außen etwas Befruchtendes reinbringen."

"Wir stehen voll hinter dem Kindergarten, wissen, wie viel Arbeit die Erzieherinnen leisten", sagte Bürgermeister Heiko Spranger (Freie Wähler Marieney-Saalig). "Es gibt das eine oder andere Problem. Birgit wird das bestätigen können. Wir haben uns vor anderthalb Jahren erstmals getroffen, Anfang 2020 wieder. Wir suchen Möglichkeiten, Probleme abzustellen. Dazu gehört die Hinzuziehung eines privaten Trägers. Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist dazu keine Entscheidung gefallen. Es müsste dazu eine Ausschreibung laufen. Die gab es bisher nicht", sagte Spranger und versicherte den Mühlentaler Eltern: "Wir werden nichts hinter verschlossenen Türen machen".

"Probleme? Was für welche? Das ist für mich zu allgemein", bohrte Andrea Zöphel aus Saalig bei Spranger nach. "Die Öffnungszeiten, die Auslastung, das Personal. Die Kindergärtnerinnen sind auf dem Zahnfleisch gegangen", so Spranger. "Mir erscheint es so, dass das Problem damit gelöst werden soll, in dem man es in andere Hände gibt. Für mich ist das der falsche Schritt", sagte Andrea Zöphel.

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