Kirchgemeinden bald sechs stolze Schwestern

Im oberen Vogtland wird zum Jahresbeginn ein Strukturkonzept umgesetzt. Welche Veränderungen es mit sich bringt.

Markneukirchen.

Sechs selbstständige Kirchgemeinden im oberen Vogtland rücken zum Jahresbeginn enger zusammen. Sie bilden ein sogenanntes Schwesternkirchenverhältnis. Integriert sind dabei die Kirchgemeinden Bad Brambach-Schönberg, Bad Elster, Adorf, Marieney-Wohlbach, Markneukirchen und Klingenthal. Insgesamt zählen diese Gemeinden etwa 8500 Mitglieder. Der offizielle Name lautet Schwesternkirchenverhältnis "Oberes Vogtland".

Damit setzen die Christen im Oberland das lange diskutierte Strukturkonzept der Landeskirche in ihrem Bereich um. Kern der Idee: Christen rücken in ihren Regionen enger zusammen, um kirchliches Leben auch bei schrumpfenden Mitgliederzahlen zu ermöglichen. Bis zum Jahr 2040 gehen Prognosen von einem Minus von 40 Prozent aus.

Der Bildung der neuen Einheit ging ein intensiver Diskussionsprozess voraus. Vertreter der Kirchenvorstände formulierten jeweils ihr favorisiertes Modell mit Vor- und Nachteilen. Im Oberland fiel die Wahl schließlich auf das Schwestern-Modell. Es ermöglicht den Kirchgemeinden unter den geforderten Voraussetzungen maximale Selbstständigkeit. Die Anzahl von sechs Schwestern ist dabei die höchstmögliche, die das Kirchenrecht zulässt. Die Kirchgemeinden bleiben selbstständig mit eigenem Kirchenvorstand und der Hoheit über Finanzen und Gebäude. Auch die Verwaltungen sollen vorerst weiter dezentral geführt werden. "Das war der Wunsch der Kirchgemeinden. Es geht auch darum, den Kontakt zu den Menschen vor Ort zu behalten", sagt Jan Dechert. Eine Änderung gibt es jedoch bei der Anstellung des Personals. Kantoren und Gemeindepädagogen werden nur noch bei einer Kirchgemeinde angestellt. Diese anstellende Kirchgemeinde im neuen Schwesternbund ist Markneukirchen mit Pfarramtsleiter Jan Dechert. Die Mitarbeiter werden in der Zukunft auch gemeindeübergreifend arbeiten. Sofern es sich nicht um Kantoren und Gemeindepädagogen handelt, dürfen die einzelnen Kirchgemeinden auch weiterhin eigenes Personal beschäftigen. Pfarrer sind ohnehin bei der Landeskirche direkt angestellt. Hier ist eine Reduzierung von 8,5 auf 7 Stellen im Verbund vorgesehen. Klingenthal verliert eine seiner drei Pfarrstellen. Markneukirchen gibt eine halbe auf dann zwei Stellen ab. Ein wichtiges Team wird neu gebildet: ein sogenannter Verbundausschuss. "Er soll das große Ganze im Blick haben", sagt Jan Dechert.

"Mir ist bewusst, dass viele unserer Gemeindeglieder noch Bauchschmerzen haben", sagt der Pfarrer. "Ich habe aber auch einen insgesamt guten Eindruck. Viele wollen sich einbringen. Ich spüre Freude und Lust darauf."

Der erste gemeinsame Gottesdienst findet am 26. Januar in der St.-Nicolaikirche von Markneukirchen statt. Beginn ist 10 Uhr.

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