Kleedorfer sitzen auf dem Trockenen

Trinkwasser-Problem in Bad Brambacher Ortsteil: Brunnen sind versiegt

Kleedorf/Oberbrambach.

Ein Hilferuf hat den Bad Brambacher Bürgermeister Maik Schüller (parteilos) erreicht: "Kleedorf hat kein Wasser mehr in den Brunnen". Schüller setzte sich mit dem Zweckverband Wasser/Abwasser Vogtland (Zwav) in Verbindung - im Hinterkopf ein Förderprogramm für den Anschluss von nicht versorgten Grundstücken ans Wassernetz. "Es kam die Aussage, von Oberbrambach über Frauengrün bis Kleedorf sei die Trasse zu lang und die Wasserabnahme zu gering, als dass das Förderprogramm hier greift", sagte Schüller im Gemeinderat. Zwav-Geschäftsführer Henning Scharch, der nach eigener Aussage mit dem Kleedorfer Problem bislang nicht konfrontiert war, sprach auf Anfrage von "Freie Presse" von Raun als der nächsten Anschlussmöglichkeit. Die Entfernung betrage 1,7 Kilometer. In der Sache bestätigt er die im Rat getroffene Aussage: Fördermöglichkeiten seien bei 20.000 Euro pro Grundstück gedeckelt. "Da wären wir in Kleedorf drüber", sagte Scharch. Nach seinen Angaben gibt es in Kleedorf acht Haushalte mit 19 Einwohnern.

Wie kann es weitergehen? Das Angebot, sich vom Zweckverband aus Adorf mit Wasser versorgen zu lassen - für 77,77 Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) - sei "inakzeptabel", sagte Schüller im Gemeinderat. "Aber wir können Kleedorf nicht ohne Wasser lassen." Für Otto Fischer (CDU) komme wegen langer Wege für Kleedorf nur eine Insellösung infrage. "Wenn es gar nicht geht, muss sich der Zwav auch erklären", so Andreas Zuber (Zukunft für Bad Brambach), der auch eine bessere Versorgung innerhalb des Brunnendorfs Oberbrambach etwa per Ringleitung ins Spiel brachte.

Zwav-Geschäftsführer Henning Scharch rät dazu, zu prüfen, die Brunnen tiefer zu bohren. Das sei die kostengünstigste Variante, für die er zwischen 5000 und 10.000 Euro ansetzt. Eine andere Lösung soll bei den Schilbacher Birkenhäusern praktiziert werden: Hier wollen Bürger Erdarbeiten in Eigenleistung verrichten, der Zwav verlege nur die Wasserleitung. Auch so werde eine neue Leitung bezahlbar. (hagr/tb)

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