Kleine Tage der Harmonika: Zündet neue Ausschreibung?

Die 48. Auflage der Veranstaltung buhlt erstmals deutschlandweit um Teilnehmer. Die Organisatoren schlagen sich unterdessen mit Profanem herum.

Klingenthal.

Die Kirchstraße 6 ist die neue Anschrift des Klingenthaler Fördervereins für die Internationalen Akkordeonwettbewerbe. Man kann auch "wieder" sagen, denn in dem Haus hatte das Büro schon einmal seinen Sitz, als es noch ein gemeinsames Kuratorium für die Musikwettbewerbe in Klingenthal und Markneukirchen gab.

Jörg Künzl, der Geschäftsführer des Fördervereins, hat sich erst einmal im neuen Domizil eingerichtet und mehreren Dutzend Partnern die neue Anschrift mitgeteilt. Für wie lange sie gilt, ist noch offen. "Das kommt darauf an, ob die Stadt eine bestimmt Immobilie im Stadtzentrum erwerben kann", sagt Oberbürgermeister Thomas Hennig (CDU), der auch Vorsitzender des Fördervereins ist. Man habe Pläne, entschieden sei aber noch nichts.

Gewartet wird im neuen Büro derzeit vor allem auf Post. Der am 29. Februar und 1. März stattfindende Nachwuchswettbewerb "Kleine Tage der Harmonika" ist erstmals für ganz Deutschland und die Tschechische Republik ausgeschrieben. Für den neuen Rahmen gab es auf deutscher Seite für alle Bundesländer und Freien Hansestädte Unterstützung durch den Deutschen Harmonikaverband. Offizieller Anmeldeschluss ist in dieser Woche.

1973 zunächst als regionaler Wettbewerb ins Leben gerufen, fanden die Kleinen Tage der Harmonika seit 1992 in den Grenzen der Euregio Egrensis statt. Die deutschlandweite Ausschreibung ist ein Versuch, die Teilnehmerzahlen für den Nachwuchswettbewerb zu stabilisieren und perspektivisch wieder anzuheben. Jörg Künzl und seine Mitstreiter erwarten dabei keine Wunder über Nacht, obwohl auch schon Teilnehmer aus Brandenburg und selbst Mecklenburg-Vorpommern nach Klingenthal gekommen waren.

Über die Teilnehmerzahlen entscheiden aus Sicht von Künzl mehrere Faktoren, darunter die Anforderungen im Wettbewerbe "Jugend musiziert". Dort steht diesmal Kammermusik im Mittelpunkt - dargeboten mit Akkordeon und einem zweiten Instrument. Künzl: "Ich warte deshalb diesmal höhere Teilnehmerzahlen bei den Duos. Für Solisten wird es dagegen eher schwierig sein, zusätzlich ein anspruchsvolles Pflichtstück einzustudieren."

In der Diskussion um das Niveau der von den Teilnehmern geforderten Pflichtstücke plädiert Künzl dafür, "auf dem Teppich zu bleiben" - beim Nachwuchs, wie beim Internationalen Akkordeonwettbewerb im Mai. "Es nützt uns nichts, wenn wir das Niveau der Pflichtstücke derart hoch schrauben, damit wir letztlich Teilnehmer abschrecken. Die Solisten sollen über ihre Wahlstücke beim Wettbewerb brillieren", ist seine Meinung.

Das traditionelle Konzert beim Nachwuchswettbewerb gestalten diesmal das Akkordeon-Duo Heidi & Uwe Steger sowie Sängerin Theresa Hoerl - mit einem bunten Programm von Rossini bis Edith Piaf. Beginn ist 19 Uhr, Eintritt 5 Euro.

Reservierungen ab Freitag über den Gasthof zum Walfisch, Telefon 037467 22616.

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