Klingenthaler Maschinenbauer sind in der Branche ein Begriff

Mit dem Kauf einer neuen Fräsmaschine ist die KMW Engineering GmbH in der Lage, die Produktionskapazität noch einmal deutlich zu erweitern.

Klingenthal.

Mächtig gewaltig, diese Bimatec: 14 Meter lang, acht Meter breit, und mit einem Karusselldrehtisch versehen, der mit acht Tonnen schweren Teilen fertig wird. Auch der Anschaffungspreis von deutlich über eine Million Euro ist wahrlich kein Pappenstiel.

Dennoch: "Für uns ist das eine Investition in die Zukunft. Sie spart Kosten und Zeit, und wir können unsere Produktionskapazität erweitern. Wir sind jetzt in der Lage, Teile von acht Meter Länge und einer Höhe von 2,70 Meter in einem Stück zu fertigen. Bisher konnten zum Beispiel Grundgestelle für Maschinen nur in einzelnen Segmenten her- gestellt werden, die dann zusammengesetzt werden mussten. Das entfällt künftig", erklärt Geschäftsführer André Karbstein stolz.


Weltweit einen Namen gemacht hat sich die KMW Engineering GmbH vor allem mit der Produktion von verschiedensten Maschinen für die Automobilindustrie. Unter anderem zählen Audi, VW, BMW und Porsche zu den Großkunden. Nahezu ein Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt ist nach den Worten von Karbstein, dass KMW Engineering Komplettlösungen auf technischem Höchststand anbieten kann und in den vergangenen Jahren auch viele Patente aus diesen Maschinen entstanden sind. Mit dem Bau von Serien- und Sondermaschinen für die Fensterbranche, die weltweit vertrieben werden, gibt es ein weiteres Standbein.

Im Wachsen begriffen ist nach den Worten des Geschäftsführers auch die Fertigung von Serienteilen unter anderem für Haushaltsgeräte von Bosch und Siemens. André Karbstein: "Wir hatten zum Beispiel die Anfrage, ob wir vom Punkt Null innerhalb von 14 Tagen eine Produktion von 2500 Türen aufbauen können. Wir konnten, derzeit liegen wir bei 300 Türen pro Woche und die Perspektive sind 30.000 im Jahr."

Der Vorläufer der KMW Engineering GmbH war der Rationalisierungsmittelbau. 1950 gegründet, Spezialmaschinen und -werkzeuge für die Musikinstrumentenhersteller in Klingenthal und Markneukirchen hergestellt.

Nach der politischen Wende von 1989/90 zunächst in Obhut der Treuhand, begann vor 20 Jahren eine neues Zeitalter für die damals 30 Mitarbeiter. Übernommen wurde die Firma in jenem Jahr von Walter Ehmann aus Rehau, der sie bis 2013 führte. Dann übernahm André Karbstein den Staffelstab. Seitdem geht es mit KMW Engineering wirtschaftlich steil bergauf. Das beweisen die mittlerweile auf 105 Mitarbeiter angewachsene Belegschaft und ein Jahresumsatz von rund 10 Millionen Euro.

Der Geschäftsführer, der seit 2009 auch im Klingenthaler Stadtrat sitzt, und inzwischen die CDU-Fraktion führt, unterstützt zudem die derzeit laufende Sanierung des Freibads im Dürrenbachtal.

Die hochmodernen CNC-Maschinen in der Werkhalle "spielen" wie auch die neue Fräsmaschine in der Champions League des Maschinenbaus. Insofern ist nur allzu verständlich, dass in der Firma qualifizierte Fachkräfte gefragt und gern gesehen sind. André Karbstein: "Diese sind aber rar. Aktuell bilden wir selbst sechs Lehrlinge zum Mechatroniker, Zerspaner, Werkzeugmacher und Technischen Zeichner aus. Sie kommen alle aus der Region."

Mit Blick auf den Nachwuchs für die Industriebetriebe hatte er schon 2014 bei Besuch von Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich (CDU) deutlich gemacht: "In Klingenthal fehlt eine Oberschule. Das ist für die Wirtschaft ein großer Nachteil". (mit tm)

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