Klingenthaler Stadtrat entscheidet über höhere Kurtaxe

Unterkünfte sind zwar derzeit coronabedingt geschlossen. Dennoch steht ein lange diskutiertes Thema am Dienstag auf der Tagesordnung des Kommunalparlaments.

Klingenthal.

Auf 1,50 Euro pro Tag soll die Kurtaxe in Klingenthal angehoben werden. Sie soll für Gäste ab 14 Jahre gelten, wer jünger ist, braucht nichts zahlen. Auf diesen Vorschlag hatten sich bereits im März 2019 die Hotelbetreiber und Vermieter auf einer Beratung mit der Stadtverwaltung verständigt. Heute Abend soll der Stadtrat den dazu notwendigen Beschluss fassen.

Seit der Einführung im Jahr 2003 lag die Kurtaxe bei 50 Cent am Tag für Erwachsene und 30 Cent für Gäste im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Nach der 2013 erfolgten Fusion mit Zwota wurde die Kurtaxe dann auch dort fällig.

Eine Erhöhung wurde schon seit Jahren diskutiert. Peter Vodel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, hatte bereits 2013 betont, dass die Kurtaxe nur das Gerüst sein könne, auf dem der Tourismus entwickelt werden solle. Aus seiner Sicht machte sich schon damals eine komplette Überarbeitung des Konzepts notwendig. Zwischen 10.000 und 12.000 Euro nahm Klingenthal damals über die Kurtaxe ein. Das Geld, so hieß es, fließe vorrangig in die Pflege der Loipen und Wanderwege. 2017 lag die Summe bei etwa 18.000 Euro, davon kamen rund 12.000 Euro von Vermietern aus dem Ortsteil Mühlleithen.

Auch Stadtoberhaupt Thomas Hennig (CDU) sprach schon im Jahr 2014 von der Notwendigkeit, die touristischen Strukturen in Klingenthal zu überarbeiten: "Mit dem jetzigen System kann niemand sagen, wie viele Gäste wir wirklich haben. Konkrete Übernachtungszahlen gibt es nicht, das sind letztlich alles nur Schätzungen".

Erneut angesprochen wurde das Thema beim Bürgerstammtisch im Februar 2017. "Wir brauchen mehr Angebote für Gäste", unterstrich dabei Peter Meisel, der Vorsitzende des Klingenthaler Wandersportvereins.

Im April 2018 hatte der Ortschaftsrat Mühlleithen zur einer Diskussionsrunde in das Ferienhotel Mühlleithen eingeladen. Zwei Stunden diskutierten damals Vertreter des Ortschaftsrates, der Stadt, des VSC Klingenthal und Stadträte mit Gewerbetreibenden und Hoteliers sowie Pensionsbetreibern. Eine Anhebung der Kurtaxe bis auf zwei Euro pro Tag sei realistisch, zeigte sich damals die langjährige Mühlleithener Hotelchefin Christine Goldhahn überzeugt.

Aus Sicht von Stadtrat Carsten Förster (Pro Klingenthal) sollte zunächst der Stadtrat entscheiden, welche touristischen Projekte angepackt werden sollen und wo das Geld dafür eingesetzt werden soll: "Auf Grundlage eines solchen Konzepts können dann die Gespräche mit den Vermietern laufen." Eine Erhöhung der Kurtaxe müsse aus seiner Sicht auch einen Mehrwert für den Gast nach sich ziehen.

Als im März 2019 die Einigung auf die neue Kurtaxe erfolgte, ging Hennig davon aus, dass die jährliche Einnahmen auf 35.000 bis 40.000 Euro steigen werden. Für den Einsatz der Gelder ist mehr Transparenz angekündigt. Zudem solle es künftig einmal im Jahr ein Treffen mit Vermietern geben.

Ein Problem bildete schon 2019 die scheinbar große Grauzone, die es bei der Vermietungsbranche gibt. Übernachtungseinrichtungen müssen ihre Zahlen erst ab acht Betten an das Statistische Landesamt in Kamenz melden. Außerdem, so hieß es damals, rechneten noch immer viele Vermieter überhaupt keine Kurtaxe ab. Die Stadt wollte deshalb beginnen, sich im Internet auf den verschiedenen Buchungsplattformen einen Überblick zu verschaffen, wer in Klingenthal und seinen Ortsteilen Übernachtungen anbiete.

Die Sitzung des Stadtrates findet im Mehrzweckraum des Klingenthaler Schulzentrums am Amtsberg statt. Beginn ist 18 Uhr.

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