Klinikum Obergöltzsch erhält Geriatrie

Nach langem Tauziehen: Altersmedizin neu im Kreiskrankenhaus

Rodewisch.

Gleich zu Anfang stellt Dani Novak klar: "Wir sind kein medizinisches Pflegeheim!" Dr. Novak baut seit Anfang Juli die neue Abteilung für Geriatrie am Klinikum Obergöltzsch auf. Der 58-Jährige ist Facharzt für Geriatrie, umgangssprachlich Altersmedizin genannt. Seit fünf Jahren praktiziert der aus Kroatien stammende Allgemeinmediziner in Deutschland, hier absolvierte er auch seine Ausbildung zum Geriater. Bevor er ans Kreiskrankenhaus nach Rodewisch wechselte, war Novak am Krankenhaus in Schneeberg tätig.

"Die Geriatrie fehlte noch im Leistungsspektrum unseres Krankenhauses", betont Verwaltungsdirektorin Beate Liebold. Jahrelang hatte das Kreiskrankenhaus für diesen Fachbereich gestritten. Erst im vergangenen Jahr wurde die Abteilung im sächsischen Krankenhausplan berücksichtigt. Mit aktuell 15 Betten von knapp 300 ist das Klinikum Obergöltzsch das dritte Krankenhaus im Vogtland, das über eine altersmedizinische Abteilung verfügt. Bislang gab es diese nur in der Paracelsus-Klinik Adorf und im Helios Vogtland-Klinikum Plauen.


Der typische Geriatrie-Patient sei 70 Jahre und älter, infolge eines Sturzes, von Muskelschwäche, Schlafstörungen oder nach einem Infarkt im Krankenhaus. Idealerweise folge auf die Behandlung oder Operation die Reha, so der leitende Oberarzt. Der Geriater koordiniert die fachgerechte Versorgung des Patienten durch andere Fachärzte, Pflegekräfte sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialarbeiter. Mit Bewegungsübungen, Hirnleistungstraining, und Sprachübungen werde dafür gearbeitet, dass der Patient nach Hause entlassen werden könne. "Nicht ins nächste Pflegeheim, sondern in seine häusliche Umgebung", sagt Nowak. Ermittelt werde das Potenzial des Patienten anhand einer Reihe von Kriterien, beispielsweise in Bezug auf die Fähigkeiten zum selbstständigen Essen und Bekleiden und das Bewegen mit Hilfsmitteln.

Im Klinikum Obergöltzsch werden jährlich über 13.000 Patienten stationär behandelt. "Von diesen sind mehr als 45 Prozent 65 Jahre und älter. Der Patientenanteil mit einer für die geriatrische Versorgung typischen Hauptdiagnose ist dabei in den letzten Jahren deutlich gestiegen", begründet Verwaltungsdirektorin Liebold, weshalb es auf lange Sicht wohl nicht bei den 15 Betten der Abteilung bleiben wird. Der Bedarf an altersmedizinischer Behandlung werde schon aufgrund des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung zunehmen.

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