Kuchenbäckers vergessenes Orchester

100 Jahre Stadtrecht: Nicht nur politisch, auch musikalisch hatte Klingenthal Zeichen setzen wollen. Projekt endete im Streit.

Klingenthal.

Am 13. Oktober wird das Stadtorchester Klingenthal unter Leitung von Rico Schneider in der Aula am Amtsberg das Jubiläumskonzert "100 Jahre Stadtrecht Klingenthal" gestalten.

In Klingenthals offizieller Geschichtsschreibung hat das Jahr 1921 große Bedeutung. Damals wurde der 1866 gegründete Musikvereinschor in den Rang eines Stadt- orchesters erhoben, und Ernst Uebel, der den Klangkörper seit 1911 leitete, erhielt den Titel eines Stadtmusikdirektors.

Regelrecht vergessen ist dabei das Ratsmusikchor Klingenthal unter Leitung von Ratsmusikdirektor Max Kuchenbäcker. Damals wurde Rat noch mit "th" geschrieben. Gegründet wurde der Klangkörper 1896, als in Klingenthal zum dritten Mal über einen Stadtrechts-Antrag diskutierte. Deshalb hatten der damalige Gemeindevorstand Liebig, Kantor Schneider und Musiklehrer Kuchenbäcker die Idee, aus den besten Musikern im Klingenthaler Bezirk ein Orchester zu bilden, das die künftige Stadt musikalisch repräsentieren sollte. Auch wenn sich der Gemeinderat letztlich mehrheitlich gegen einen Antrag aussprach - das Orchester bestand mindestens zehn Jahre und gab zahlreiche Konzerte. So musizierte man 1899 zur Eröffnung der Kirmes, spielte am neuen Gasthaus Kamerun und gab sinfonische Konzerte im Gambrinus.

Über das Ende des Ratsmusikchors lässt sich nur spekulieren. Max Kuchenbäcker verließ Klingenthal 1910 mehr oder weniger im Streit, die Erinnerung an sein Orchester wurde regelrecht getilgt. So heißt es im Rückblick zum 60-jährigen Stadtorchester 1926, dass das Ratsmusikchor nur ein einziges Konzert gegeben habe.

Der Kartenvorverkauf für das Konzert des Stadtorchesters am 13. Oktober in der Aula läuft über die Tourist-Information.

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