Kühle Dusche erfrischt Kühe

Wohlfühlprogramm für Milchkühe in Wald- kirchen: Die Tiere genießen den Luxus und liefern Top-Milch. Die Fett- und Eiweißwerte sind stabil.

Waldkirchen.

Die Kühe in der Marienhöher Milchproduktion haben es besser als so mancher Bauarbeiter, der in der prallen Sonne schwitzt. Das liebe Vieh kann duschen, so oft es möchte. Jörg Mothes, der im Betrieb unter anderem für das Wohl der Tiere zuständig ist, hat vor zwei Jahren 14 Duschen installiert, Marke Eigenbau.

Er sagt: "Wir haben Schläuche mit Düsen von Pflanzenschutzgeräten bestückt und sie an den Wasserhahn angeschlossen. Die Kühe werden also nicht klitschnass, sondern stehen unter einem feinen Sprühnebel." Diese einfache Investition zahlt sich dieses Jahr ganz besonders aus. Mothes: "Ab 30 Grad aufwärts macht es Sinn, die Dusche in Betrieb zu nehmen. Bei niedrigeren Temperaturen würde sich eine unangenehme stickige Luft im Stall ausbreiten." Zuerst dachte der Tierverantwortliche, dass sich die Alpha-Tiere, also die Leittiere der Herde, die ganze Zeit unter die Berieselung stellen und die anderen Tiere nicht duschen lassen. Doch das Gegenteil ist der Fall: "Die Kühe stellen sich ein paar Minuten unter den feinen Sprühnebel, dann gehen sie zu ihren Liegeflächen und sind zufrieden."

Zusätzlich haben die Verantwortlichen noch in einem Teil des Stalles zu den schon vorhandenen großen Ventilatoren Schläuche verteilen lassen, die frische Luft einblasen. Der Effekt ist enorm. "Gefühlt ist es im Stall zwischen fünf und zehn Grad kühler als draußen in der prallen Sonne", so Mothes.

Dieses Wohlfühlprogramm für Kühe hat für die Tierhalter den positiven Nebeneffekt, dass die Milchleistung trotz Hitze kaum zurückgegangen ist. "Wir melken an normalen Tagen im Durchschnitt 30 Liter pro Kuh. Bei solchen Temperaturen wäre ein Rückgang auf 25 Liter durchaus üblich. Unsere Kühe geben aber auch jetzt noch zwischen 28 und 29 Liter", berichtet der Tierverantwortliche. Doch das ist noch nicht alles: Auch der Fett- und Eiweißgehalt der Milch ist stabil. Jörg Mothes erklärt: "Bei hohen Temperaturen nehmen die Kühe weniger Futter auf und damit auch weniger Rohfaser. Sie käuen weniger wieder. Durch das geringere Wiederkäuen sinkt der Fettgehalt." Die Milch der Kühe im Waldkirchener Stall hat aber auch bei tropischen 37 Grad Celsius Außentemperatur konstante vier Prozent Fettgehalt. Auch am Eiweißgehalt gibt es nichts zu meckern. Konstante 3,3 Prozent ergaben die Messungen.

Was für die Milchkühe gut ist, hilft auch den Kälbern. Auch im Abkalbebereich, also dort, wo die Kühe ihre Kälber auf die Welt bringen, leiten Schläuche seit geraumer Zeit Frischluft in die Boxen. "Die Anlage funktioniert so, dass die Kälber immer frische Luft um die Nase geweht bekommen, ohne dass sie Zugluft ausgesetzt sind", so Jörg Mothes.

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