Kühltürme für Schneekanonen sind noch in der Warteschleife

Die Schönecker Skiwelt soll technisch weiter aufgerüstet werden. Warum ein Projekt noch einmal von der Tages- ordnung des Stadtrats genommen wurde.

Schöneck.

Die Wintersaison rückt näher, und eigentlich hätte sich der Schönecker Stadtrat in dieser Woche mit dem Thema beschäftigen müssen. Aber Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) nahm den Punkt "Vergabe Kühlturm zur Optimierung der Beschneiung wieder von der Tagesordnung. "Wir haben noch nicht alle Zahlen vorliegen, die wir für das Vorhaben brauchen", sagte sie auf Anfrage von Ingo Penzel (Freie Wähler).

Mit einer solchen Anlage soll das Wasser aus dem Staubecken für die Schneekanonen abgekühlt werden, um eine effektivere Beschneiung der Pisten zu ermöglichen. Das Thema Kühlturm stand bereits im vergangenen Jahr zur Diskussion, als bei einer Firma in Österreich sechs neue Schneekanonen für die Skiwelt Schöneck gekauft wurden. Die Planungsleistungen für den Kühlturm hatte der Technische Ausschuss seinerzeit an ein Büro in Plauen vergeben. Damals hieß es, dass bei Kosten von rund 50.000 Euro für den Kühlturm sich noch Erdarbeiten im Umfang von voraussichtlich 70.000 Euro notwendig machen würden.

Ob das Thema bereits in der nächsten Sitzung noch einmal auf die Tagesordnung kommt, ist nach den Worten von Bürgermeisterin Suplie noch offen. "Bislang sind Planungsleistungen erfolgt, gebaut selbst wurde noch nicht. Wahrscheinlich werden wir erst im Frühjahr das Vorhaben in Angriff nehmen", sagte sie.

Ohne künstliche Beschneiung ist Wintersport in den Mittelgebirgen kaum mehr möglich. "Wer Schnee haben will, muss was tun. Auf den normalen Winter können wir uns nicht mehr verlassen", machte 2016 Stadtrat Peter Zeidler (CDU) deutlich. An insgesamt 80 Tagen stand im vergangenen Winter die Skiwelt Schöneck für Besucher offen - vom 20. Dezember bis 10. März fuhren die Lifte. Der Winter 2017/18 war mit 99 Tagen Liftbetrieb fast drei Wochen länger - es war der zweitbeste Wert der vergangenen fünf Jahre. Rund 30.000 reine Ski-Tickets konnten verkauft worden.

Der Aufwand für den Wintersport in den Mittelgebirgen steigt von Jahr zu Jahr, die Kosten sind enorm. Bei der Eröffnung 2006 standen neun Schneekanonen zur Verfügung, inzwischen sind es knapp zwei Dutzend. Rund 175.000 Euro hatte Schöneck 2018 in sechs neue Schneekanonen investiert. Für 330.000 Euro war bei einem Unternehmen in Sayda die Anschaffung eines Pistenpflegegerätes mit Winde in Auftrag gegeben worden. Solche Vorhaben werden mit 80 Prozent gefördert. Den Eigenanteil deckte die Stadt aus dem Erlös des Verkaufs der kommunalen Wohnungen. Betrieben wird die Skiwelt von der städtischen Tochter Dienstleistungs- und Tourismus GmbH (DLT).

Bereits 2016 hatte Schöneck rund 200.000 Euro in neue Pumpsysteme investiert. Bei entsprechenden Minusgraden sollen die Schneekanonen möglichst innerhalb einer Woche die Schönecker Pisten beschneiden. Mindestens 200 Jobs hängen allein in Schöneck am Wintergeschäft, für das in Zukunft noch mehr geworben werden soll. Webcam-Bilder vom Schönecker Pistenzauber könnten beispielsweise auf LED-Wände in Plauen und Zwickau übertragen werden, um auf die Skiwelt aufmerksam zu machen, hatte DLT-Aufsichtsrat Rainer Gläß bereits im Vorjahr als realisierbare Vision eingebracht.

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