Kühlturm gekippt - Freistaat und Kreis sollen für Skiwelt mitzahlen

Der Stadtrat Schöneck sagt einmal mehr Nein zur Investition. Stattdessen unterbreiten die Freien Wähler einen Vorschlag.

Schöneck.

Der Stadtrat Schöneck hat am Montagabend mit den Stimmen der Freien Wähler und der AfD erneut die Anschaffung eines Kühlturms für die Beschneiung der Skiwelt abgelehnt. Nach dem ersten ablehnenden Entscheid des Stadtrates im Oktober und dem anschließenden Widerspruch durch Bürgermeisterin Isa Suplie (CDU) hatte man sich in der November-Sitzung darauf geeinigt, das Thema noch einmal zu beraten und dann erneut zur Abstimmung zu bringen. Freie Wähler und AfD blieben aber nach Prüfung der Sachlage bei ihrer ablehnenden Haltung.

Stadträtin Stefanie Schuster (Freie Wähler) begründet dies unter anderem damit, dass ein Kühlturm für das Wasser der Schneekanonen auch bei Plusgraden keine Beschneiung der Pisten ermögliche. Aus Sicht der Fraktion der Freien Wähler überfordere die laufende Finanzierung der Skiwelt dauerhaft den Haushalt der Stadt Schöneck.

Der Bau der 2006 eingeweihten Skiwelt hatte rund fünf Millionen Euro gekostet. In den vergangenen Jahren gab es weitere umfangreiche Investitionen der Stadt. Allein 2018 beschloss der Stadtrat, 315.000 Euro für zusätzliche Schneekanonen und 340.000 Euro für ein Pistenpflege- gerät aufzubringen. In der Debatte dazu hatte der damalige Stadtrat Jürgen Penzel (Freie Wähler) angeregt, das Konzept für die Skiwelt zu überdenken. 99 Skitage standen dort in der Saison 2017/18 zu Buche. Es war der zweitbeste Wert der vergangenen fünf Jahre. Rund 30.000 reine Ski-Tickets waren verkauft worden, der Umsatz betrug rund 370.000 Euro. Allerdings müsste dieser laut Penzel mindestens doppelt so hoch sein, um eine schwarze Null zu schreiben. Er sah die drohende Gefahr, dass die Stadt auf Dauer die Zuschüsse nicht stemmen könne.

"Wichtig ist uns der Erhalt des Skigebietes mit soliden Finanzmitteln. Hierbei sehen wir neben der Stadt eine künftige Kostenbeteiligung des Vogtlandkreises und des Freistaates als unerlässlich", machte Stefanie Schuster deutlich. Die Freien Wähler unterbreiteten deshalb in der Stadtratssitzung den Vorschlag für einen Runden Tisch mit den drei Partnern zur weiteren Finanzierung der Skiwelt. Vor weiteren Investitionen sei zudem eine genaue Erörterung der Finanz- und Wirtschaftslage der städtischen Tochtergesellschaft Dienstleistungs- und Tourismus GmbH (DLT) als deren Betreiber erforderlich.

Den Auftrag für den Kühlturm im Umfang von 166.000 Euro sollte an eine Firma in Tirol (Österreich) gehen. Mit der Anlage sollte das Wasser aus dem Staubecken für die Schneekanonen abgekühlt werden, um eine effektivere Beschneiung der Pisten zu erreichen. Knapp 30.000 Euro wurden bereits in das Vorhaben investiert. Die Stadt hatte Fördermittel in Höhe von 112.000 Euro eingeplant.

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