Künstler aus Vogtland gestaltet Riesenwandbild in Los Angeles

Der Adorfer Graffiti-Künstler Nico Roth hat an einem internationalen Festival in den USA teilgenommen. Sein Werk soll aufrütteln.

Adorf.

Große Ehre für Nico Roth: Sein Künstlername CEBU ziert jetzt ein Wandbild in Los Angeles. In Kalifornien hat er Ende September am Kunstfestival "Meeting Of Styles" (Treffen der verschiedenen Stile) teilgenommen. Dabei handelt es sich um ein internationales Treffen von Graffiti-Sprayern aus aller Welt, die in Los Angeles ihre urbane Kunst präsentierten. Laut Nico Roth diente die Veranstaltung dazu, die Graffiti-Kunstform zu fördern und zu legitimieren. Der 35-Jährige war einer von nur drei Europäern, die ihre gesprühten Werke an die Wände brachten. Dafür wurden verschiedene Gebäude an einer der wichtigsten Straßen der Stadt, dem Pico Boulevard, der vom Pazifischen Ozean in die Innenstadt von Los Angeles führt, zur Verfügung gestellt.

"Für mich als Künstler war das ein irres Erlebnis. Kurz zuvor hatte ich ja noch hier in Sohl gearbeitet, und wenige Tage später stehe ich in dieser Weltmetropole an einer Wand und bin Teil von so einem großen internationalen Event. Ich bin immer noch dabei, diese komplett anderen Eindrücke zu verarbeiten", erzählt Nico Roth begeistert. Der Veranstalter dieses Events hat den Vogtländer im Internet entdeckt und ihn über das soziale Netzwerk Instagram kontaktiert. Dort stellt er hin und wieder Bilder seiner Arbeiten online. "Wir haben dort miteinander geschrieben. Dem Veranstalter hat mein Stil gefallen, der sich offenbar gut in die Veranstaltung in Los Angeles einfügte", so der Adorfer. Die Chance, dabei zu sein, wollte er sich nicht entgehen lassen. Doch nicht nur um sich und seinen Stil zu präsentieren. "Wenn so viele internationale Künstler aufeinander treffen, inspiriert man sich auch gegenseitig. Das Gemeinschaftsgefühl ist großartig, es war eine tolle Erfahrung", sagt er.

Nico Roth hat mit seinem Motiv eine Botschaft an die Wand gebracht. Gestaltet hat er eine Meeresschildkröte mit geöffnetem Mund, von oben sinkt Müll herab ins Wasser. Damit will er auf die Umweltverschmutzung hinweisen. Das Thema Umweltschutz beschäftigt ihn sehr. Deshalb arbeitet er oft nach dem Motto "Aufklärung an der Wand". "Mich regt das einfach auf, wenn die Leute ihre Zigarettenkippen, ohne mal nachzudenken, auf den Gehweg schmeißen, oder der Plastikmüll in den Wäldern liegen gelassen wird. Wenn ich was liegen sehe, hebe ich das immer auf. Es geht im Kleinen los. Auch wenn gute und verwertbare Lebensmittel in der Biotonne landen, macht mich das wütend. Die Gefühle und Gedanken dazu verarbeite ich dann oft in meinen Bildern. Denn auf Plakate, die auf so eine Thematik hinweisen, schaut heute keiner mehr, auf kreative Kunst schon eher", ist der Künstler überzeugt.

Dementsprechend wirkungsvoll war auch sein rund 50 Quadratmeter großes Graffiti-Bild in Los Angeles. Vom Sicherheitspersonal der Veranstaltung bis hin zu den teilnehmenden Künstlern, wurde viel Lob ausgesprochen. "Noch bevor das Bild fertig war, haben die Leute erkannt, was ich damit sagen will. Menschen, die offen für die Umwelt-Thematik sind, erkannten das sofort. Mich freut es, dass es so gut angekommen ist." In Los Angeles blieb für ihn auch noch etwas Zeit, um sich die Stadt anzuschauen. Einen Blick über die Millionenstadt, an einem Aussichtspunkt am bekannten Griffith Park konnte er genauso werfen wie auf die Hollywoodschauspielerin Angelina Jolie, die ihm bei einer Filmpremiere am Hollywood-Boulevard über den Weg lief.

Mittlerweile ist Nico Roth wieder zu Hause in Adorf. Das Bild mit der Meeresschildkröte wird am 5. November als digitalisierte Druckvariante auch in Oelsnitz zu sehen sein. Denn dort stellt er einige seiner Kunstwerke im Zoephelschen Haus aus. Die Ausstellungseröffnung mit ihm beginnt 11 Uhr.

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