Landwirtschaftsbetrieb investiert kräftig

Die Aproha GmbH hat an ihrem Standort im Tirpersdorfer Ortsteil Juchhöh einiges vor. Das Wahrzeichen des Unternehmens wird dabei verschwinden.

Juchhöh.

Mit Investitionen in Millionenhöhe will die Aproha GmbH in Tirpersdorf ihren Standort zukunftsfest machen. Geplant sind der Bau eines neuen Getreidelagers, einer neuen Siloanlage sowie eine Modernisierung der vorhandenen und bald 20 Jahre alten Biogasanlage. Der Bau einer neuen Tankstelle und eines neuen Waschplatzes für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge ist bereits im Gange, wie Geschäftsführer Thomas Döbelt der "Freien Presse" sagte. Der 28-Jährige ist vor zwei Jahren ins Unternehmen eingestiegen, nachdem der Landwirtschaftsbetrieb von seiner Familie im Jahr 2014 übernommen worden war. Seither drehten die Döbelts zahlreiche Stellschrauben, um den Betrieb zu optimieren. Jetzt ist jedoch die Zeit reif für größere Investitionen.

Getreidelager: Derzeit lagert die Aproha ihr Getreide in einer Halle am Oelsnitzer Windmühlenweg. Allerdings ist die Technik in die Jahre gekommen, im Mischgebiet gibt es zudem etliche Auflagen. Der Standort hat deshalb keine Zukunft. Das neue Getreidelager entsteht auf dem Firmengelände in Juchhöh. Vier Edelstahlbehälter mit einem Durchmesser von 15,5 Metern und 7 bis 10 Meter Höhe können 5000 bis 6000 Tonnen Getreide fassen. Dank moderner Technik ist es möglich, auch Korn mit einer höheren Restfeuchte einzulagern. "Wir können damit früher mit dem Dreschen beginnen", sagt Thomas Döbelt. Ziel ist es, das neue Lager mit der Ernte nächstes Jahr in Betrieb zu nehmen. Rund eine Million Euro kostet das Vorhaben.

Siloanlage: Die sechs Silotürme in Juchhöh sind weithin zu sehen. Allerdings haben sie 40 Jahre auf dem Buckel, sind extreme Energiefresser und die vom Gesetzgeber geforderten Auflagen seien schwer zu erfüllen. Deshalb will die Aproha eine neue Fahr-Siloanlage für Gras- und Maissilage bauen, Grundfutter für die 1200 Kühe des Unternehmens. Die neue Anlage ragt nur noch vier Meter in die Höhe, sie besteht aus mehreren Kammern. Die größte ist 90 Meter lang und 30 Meter breit. 2020/21, so das Ziel, soll gebaut werden. Die Silotürme werden auf kurz oder lang abgerissen. Döbelt: "Es gibt keine sinnvolle Möglichkeit einer Nachnutzung." Auch diese Investition bewegt sich im Millionenbereich.

Biogasanlage: 2022 wird die Biogasanlage des Unternehmens 20 Jahre alt. Damit läuft die Frist aus, die dem Unternehmen eine hohe Vergütung des erzeugten Stroms garantiert. Will die Aproha weiterhin gesetzlich festgelegte Förderungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen, dann muss sie investieren. "Entweder du investierst oder du machst sie aus", sagt Thomas Döbelt. Er will ersteres. Vor allem, weil die Anlage einer echten Kreislaufwirtschaft diene. Zu 90 Prozent verarbeitet sie die im Unternehmen anfallende Gülle. Thomas Döbelt: "Das rechnet sich."

Die Aproha GmbH beschäftigt derzeit 45 Mitarbeiter. Erlöse erwirtschaftet der Landwirtschaftsbetrieb zu 60 Prozent aus Milch. Er ist Lieferant für die Vogtlandmilch in Plauen. 40 Prozent des Umsatzes werden durch die Biogasanlage und den Ackerbau erwirtschaftet. In diesem Bereich bilanziert Thomas Döbelt eine durchschnittliche Ernte. Einbußen gab es bei der Grasernte: Statt der üblichen vier Schnitte waren nur zwei möglich. Probleme bereitet auch der Mais. Der sei extrem trocken, so der Geschäftsführer. "Er lässt sich kaum silieren", sagt er. Allerdings verfügt das Unternehmen noch über ausreichend Futter-Reserven aus dem vergangenen Jahr. Da fuhr es die beste Mais-Ernte seit zehn Jahren ein. Dem Thema Lagerung kommt künftig daher eine größere Bedeutung zu, ist sich der Geschäftsführer sicher. Auch unter diesen Gesichtspunkten seien die geplanten Investitionen ein Schritt, sich besser aufzustellen, so Thomas Döbelt.

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1Kommentare
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  • 0
    0
    aussaugerges
    15.09.2018

    Hier kann ich nur,sagen ein Glück war es,das die MVAs im Vogtland und Sachsen alles Genossenschaften waren.

    Und so Herrn Kohl und Weigelt entzogen werden konnten.



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