Lesung: Lebensretter im Schatten der SS

Falkenstein.

Ralph Ide ist beeindruckt: Der Mann komme aus den USA nach Falkenstein, um sich hier seine Ausstellung über das einstige jüdische Leben in der Stadt anzuschauen, berichtet der Neustädter, der über Jahre zu diesem Thema recherchierte. Der Mann heiße Jeffrey Cymbler, etwa 60 Jahre alt, und reise in Begleitung eines Schweizers.

Cymbler ist der Sohn einer von Alfred Roßner geretteten Jüdin. Und Roßner steht im Zentrum der aktuellen Ausstellung im Falkensteiner Heimatmuseum. "Jüdisches Leben in Falkenstein" heißt sie, am Wochenende ist sie jeweils von 14 bis 17 Uhr letztmals geöffnet.

Als Höhepunkt liest am Sonntag, 15 Uhr, Hannah Miska aus dem druckfrischen Buch "Der stille Handel". Die Bayerin hat sich intensiv mit dem "Oskar Schindler aus dem Vogtland" beschäftigt und auch den Besuch des Amerikaners eingefädelt. In ihrem Buch erzählt sie die Geschichte von Roßner als "Lebensretter im Schatten der SS". Der Textilkaufmann ist während des Zweiten Weltkrieges Treuhänder einer Textilfabrik der SS im besetzten Polen. Er nutzt seine Position, um Polen und Juden zu helfen. Am Ende bezahlt er das mit seinem Leben. Der gebürtige Oelsnitzer Roßner stirbt 1943 an den Folgen eines Verhörs.

Miskas Werk erzählt von Zivilcourage in Zeiten der Unterdrückung, Verrohung. Zugetragen hat sich das im schlesischen Bendzin - Bendsburg - von 1940 bis 1943. Der Ausgangspunkt aber liegt in Falkenstein. (suki/tm)

Termin: Eine weitere Lesung mit Hannah Miska in Falkenstein gibt es am Montag, 17 Uhr, im Shop von Concepcion Seidel, Hauptstraße 9.

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