Lichtblick für Waldbesitzer: Spitzenpreis für Vogtland-Holz

Bei einer Versteigerung haben wertvolle Bäume aus Oberlauterbach höchste Erlöse erzielt. Grund zur Freude für die Forstleute - angesichts massiver Schäden durch Borken- käfer und Dürre haben sie sonst jedoch nichts zu lachen.

Oberlauterbach.

584 Euro pro Kubikmeter Lärchenholz - diesen sachsenweiten Spitzenwert konnte der Familienbetrieb des Freiherrn Leuckart von Weißdorf Ende Januar bei der Versteigerung in Dresden erzielen. Gezahlt wurde er für einen sechs Meter langen Lärchenstamm aus dem Fronberg-Wald bei Oberlauterbach und Schreiersgrün, der Baum war rund 160 Jahre alt. Auch für Fichten und Kiefern konnten der Freiherr und sein Team die jeweiligen Höchstgebote abräumen, insgesamt versteigerten sie 26 Kubikmeter Wertholz. Von einem "Lichtblick" spricht Betriebsleiter Alexander Thomae: "Dass es noch so etwas Schönes gibt, trotz aller Probleme, darüber freut man sich natürlich." Auch Barbara Geipel vom Sachsenforst spricht von einem "Riesenerfolg" - der Staatsbetrieb hatte die Oberlauterbacher bei der Auktion logistisch unterstützt.

Klar ist: Dieser Erfolg ändert nichts an der grundsätzlichen Misere, unter der von Leuckart ebenso leidet wie alle Waldbesitzer. Davon zeugt der riesige Stapel mit "Käferholz" in Oberlauterbach: Dort liegen über 1000 Festmeter der Fichten, die wegen Borkenkäfer-Befalls geschlagen werden mussten. Von den statischen Eigenschaften her ist dieses Holz nicht schlechter als anderes, doch wegen eines bläulichen Farbstiches und natürlich wegen des Überangebots lässt sich damit kein Geld verdienen. Mit dem Erlös ließen sich die Kosten für Fällung und Transport nicht decken, so der Freiherr. Zum Glück gebe es im Kampf gegen den Borkenkäfer Unterstützung über den Sachsenforst.

Bis vor zwei Jahren sei die Welt für die Waldbesitzer eigentlich noch in Ordnung gewesen, sagt von Leuckart. Inzwischen haben die Trockenheit im Wald zu einer "nie da gewesenen Katastrophe" geführt: "Ab einer Spatentiefe ist der Waldboden trocken." Drei Viertel seiner 340 Hektar Wald im Vogtland sind mit Fichten bewachsen. Wegen ihrer flachen Wurzeln seien diese inzwischen fast alle auf verschiedene Art durch die Dürre geschädigt.

Mit dem Waldumbau habe man schon 2005 begonnen, als der Familienbetrieb das Gebiet von der Treuhand kaufte, erläutert Betriebsleiter Thomae: "Bis 2017/18 wurden wir dafür belächelt." Denn nur Fichte bringe wirklich Geld, für alle anderen Baumarten sei der Aufwand höher und der Ertrag geringer. Allerdings kämen etwa Weißtanne und Douglasie besser mit der Trockenheit zurecht.

Welche Bäume optimal geeignet seien, wisse man auch nicht, gesteht von Leuckart: "Buchen sollten robust sein - aber im Harz sind selbst die vertrocknet." Beim Waldumbau setzt er zum Teil auf Laubbäume, das Hauptziel seien jedoch "gerade Nadelbäume", die später als Säge- und Bauholz geeignet seien, betont er. Schließlich müsse der Familien- betrieb auch künftig Geld verdienen. Wobei den Freiherrn Zweifel beschleichen, ob man "aufs richtige Pferd gesetzt" habe: "Es dachte ja niemand, dass es so schnell so schlimm kommt." Und er regt an, über eine Honorierung der Funktionen des Waldes nachzudenken, der ja unter anderem als Speicher für Wasser und CO2 unentbehrlich sei: "Bis jetzt gibt es für Waldbesitzer zwar verschiedene Arten der Unterstützung, aber keine Flächenprämie."


Sächsische Säge- und Wertholz- Submission

Versteigert wurde das Holz aus dem Fronberg auf der 21. Sächsischen Säge- und Wertholzsubmission, die am 22. Januar in Dresden stattgefunden hat. Insgesamt wurden hier 456 Wertholzstämme angeboten. Das waren nach Auskunft von Markus Strobel vom Sachsenforst, zuständig für Holzlogistik, deutlich weniger als üblich: "Normalerweise werden hier 800 bis 900 Stämme präsentiert."

Das hier angebotene Holz wird zum Beispiel für Furniere, hochwertige Möbel oder auch Musikinstrumente verwendet. Sachsenforst-Experte Strobel unterstützt die privaten Betriebe aus dem Forstbezirk Plauen bei ihrer Teilnahme an der Submission auf vielfältige Weise. (bap)


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