Lkw auf A 72: Spediteur fordert Verbot fürs Überholen

Landesbehörde bremst weitere Einschränkungen aus

Lothar Günnel - Gesellschafter Weck und Poller

Für Sie berichtet: Nicole Jähn

Die Forderung nach einem Überholverbot für Lkw auf der A 72 kommt jetzt von einem führenden Kopf eines der größten Speditionsunternehmen der Region: Lothar Günnel, geschäftsführender Gesellschafter der Weck und Poller Holding, will seinen Vorstoß in den Verkehrsausschuss der Stadt Zwickau einbringen, der das nächste Mal am 1. Oktober zusammenkommt. "Es ist nicht nachvollziehbar, warum das Überholverbot nur für einige Abschnitte gilt und zeitlich begrenzt ist", sagt Günnel, der zum Jahreswechsel sein Mandat als Geschäftsführer an die nächste Generation abgab.

Nach Günnels Einschätzung habe der Verkehr auf der Trasse "massiv" zugenommen. "Auf solch stark befahrenen Strecken, die nur zweispurig sind, sollte für Laster komplett Überholverbot verhängt werden. Die minutenlangen Elefantenrennen sind doch kein Zustand." 350 Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark von Weck und Poller mit Stammsitz in Zwickau, unter anderem unterhält die Firma Niederlassungen in Ellefeld und Neuensalz.

Im Bereich des Vogtlandes hat der Schwerverkehr in den vergangenen fünf Jahren um ein Viertel zugenommen. Das ergab die Auswertung von Daten der Zählstellen in Gospersgrün und Heinersgrün.

Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr ließ im Frühjahr an zwei Abschnitten im Vogtland Schilder mit Lkw-Überholverbot aufstellen, zwischen Treuen und Reichenbach sowie zwischen Reichenbach und der Anschlussstelle Zwickau-West. Das Überholverbot gilt aber nur donnerstags und freitags von 14 bis 20 Uhr. Isabel Siebert, Bürgerbeauftragte in der Behörde, bremst Forderungen nach der Ausweitung von solchen Zonen ein. "Man sollte dabei bedenken, dass die Autobahn ausdrücklich für den Schwerverkehr gewidmet ist", sagte sie auf Nachfrage der "Freien Presse". "Da gehören die Laster hin." Die Erfahrung habe gelehrt, dass sich Überholvorgänge durch ein solches Verbot nur an andere Stellen verschieben, so Siebert.

4Kommentare
👍3👎0 Steuerzahler 13.09.2018 Ist diese Frau Bügerbeauftragte oder Beauftragte der LKW-Lobby? Auf alle Fälle offensichtlich eine Fehlbesetzung! Es geht um Duchsetzung von Recht und Ordnung und Abwendung einer Gefahr für den Rest der Autobahnnutzer, da diese nicht exklusiv für LKW reserviert ist.
👍5👎0 kyraly 13.09.2018 Frau Siebert kann wohl auf Arbeit laufen, wenn sie den täglichen Wahnsinn auf der A72 so abtut. Ich fahre täglich zwischen Zwickau/West und Chemnitz/Süd mit meinem Pkw.
Früher gab es mal die Devise "Laster auf die Schiene" und es hat gut funktioniert. Aber erst wurden die Schienen demontiert und zu Radwegen umgebaut und dann hat sich der Lkw-Verkehr drastisch erhöht. Dabei spielen die Fahrer mit polnischem Kennzeichen meist keine gute Rolle, da sie oft einfach so herausziehen ohne recht auf den Verkehr zu achten (zumindest mein Erleben). Die Fahrer stehen alle unter Zeitdruck, Lenkzeiten einhalten, wo finde ich einen Platz für meine Pause usw. Aber ob sie mit dem Elefantenrennen so viel Zeit gut machen, wage ich zu bezweifeln.

Wo bitte steht denn eigentlich, dass das Überholverbot nur donnerstags und freitags gilt?
👍4👎0 Zeitungss 12.09.2018 Herr Günnel, haben Sie denn kein Zeitgefühl mehr ??? Ihre Artgenossen (neudeutsch) haben da sicherlich ganz andere Vorstellungen. Zeit ist Geld, so hieß das Zauberwort bisher, gibt es den dazu wirklich Neuerungen????
Frau Siebert, wo kann ich denn erfahren, welche Strecken und wo nur für den Schwerverkehr da sind????? Für mich ist die Sache neu, kann aber daran liegen, dass ich bildungsrechnisch auf eine der letzten Plätze liege. Klären Sie doch einfach mal das gewöhnliche Autofahrervolk auf, wenn möglich, nicht mit der Meinung der Autolobby.
👍14👎0 Zahlemann 12.09.2018 Isabel Siebert, Bürgerbeauftragte in der Behörde, bremst Forderungen nach der Ausweitung von solchen Zonen ein. "Man sollte dabei bedenken, dass die Autobahn ausdrücklich für den Schwerverkehr gewidmet ist".

Soll der Autofahrer, der jede Woche 100te Km zur Arbeit und zurück fahren muss jetzt jedesmal auf dem Standstreifen halten, bis die LKW's ihre Rennen beendet haben?

Frau Siebert, ich glaube, sie haben irgendwo mal nicht richtig aufgepasst. Der LKW-Verkehr gehört auf die Schiene und nur bedingt auf die Straße!
Weiterhin zahlt der gemeine Autofahrer die KFZ-Steuer für alle Straßen, also soll er auch darauf fahren dürfen.
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