Lüften hilft gegen Radonbelastung

Neue Messungen zeigen, dass der Referenzwert des Gases in der Grundschule Bad Elster seltener überschritten wird. Ein Sorgenkind gibt es aber trotzdem.

Bad Elster.

Intensive Messungen in der Grundschule Bad Elster haben ergeben, dass die Belastung der Unterrichts- und Aufenthaltsräume mit Radon durchs striktes Lüften erheblich gesenkt werden kann. Zu diesem Urteil kommt die Plauener Niederlassung der G.U.B. Ingenieure. Für diese stellte Robert Georgi am Mittwoch im Stadtrat Bad Elster die Ergebnisse vor. Die Messungen in der Zeit 10. Mai bis 11. Juni waren veranlasst worden, nachdem beim sächsischen Landesmessprogramm in der Schule eine teils erhebliche Überschreitung des seit Anfang 2019 geltenden Radonreferenzwerts festgestellt wurde. In der Essensausgabe lag er viermal so hoch wie der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Zur Umsetzung der EU-Strahlenschutzverordnung muss bis Ende 2020 ermittelt werden, in welchen Gebieten mit hoher Radonkonzentration in öffentlichen Räumen zu rechnen ist. Mit steigender Konzentration des schweren, instabilen, geruchs- und geschmacklosen Edelgases in Aufenthaltsräumen nimmt das Risiko einer Lungenkrebserkrankung zu.

Georgis gute Nachricht: In vielen Räumen der Schule bringt Stoßlüften sehr viel. Turnhalle, Speiseraum gehören dazu - auch die Jungsumkleide, wenn die Tür zum Foyer aufgelassen wird. Bei zeitgenauen Messungen wurde eine hohe Nutzungszeit von 7 bis 15 Uhr angenommen. Übertroffen wurde der Referenzwerte für Radon außerhalb dieser Zeiten, vor allem an langen Wochenenden. Zusätzliche Messungen fanden in der Kita Elsternest statt. Hier lag die Radonkonzentration in allen erfassten Räumen im Sockel- und Erdgeschoss unter dem Referenzwert.


Einen Problemfall gibt es: Unter dem Schulhaus verläuft ein Kriechgang, die Hauptmedientrasse. Hier ermittelten die angebrachten Kernspurdetektoren Radonkonzentrationen von 1200 und 1600 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Der bauliche Zustand des Ganges ist nicht gut, Leitungen teils nur mit Bauschaum abgedichtet - ein Einfallstor für Radon in darüberliegende Unterrichtsräume. Georgi empfahl ein Abkoppeln des Gangs vom restlichen Haus und den Einbau von Lüftungstechnik nach Test, was nötig ist. Überschritten wurden die Radonwerte zudem im Sekretariat und im Schulleiterbüro auf der Ebene 2. Hier vermutet Georgi ein Eindringen über Risse und Fugen in der Fassade - zum belasteten Kriechgang gibt es keine Verbindung. Ansonsten gelte: Lüften so oft als möglich.

Mit Erleichterung nahmen Stadträte die Messwerte auf. "Schön, dass wir es nun mal ganz genau haben", verwies Corinna Bauriedl (Unabhängige Bürgerschaft) darauf, dass der Referenzwert meist unterschritten wird, wenn Kinder im Haus sind. Ihren Fraktionskollegen Detlef Schlott trieb noch etwas anderes um. Wenn Gesundheitsprobleme durch Radon in der EU bekannt seien, frage er sich, warum erst nach Jahren die Messungen vorangehen. "Das kann ich nicht verstehen. Bei der Einführung der Gendertoilette oder dem Verbot des Plastikstrohhalmes war mehr Dynamik drin."

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