Müllaktion: Helfer sind für Umwelt auf Achse

Jede Menge Plastik, Draht, Möbelspanplatten und auch Flaschen haben Freiwillige jetzt aus der Göltzsch gefischt.

Lengenfeld.

Rund 30 Teilnehmer sind am Samstag dem Aufruf der Interessengemeinschaft Fließgewässer Sachsen (IGFS) und der Stadt Lengenfeld zu einem Arbeitseinsatz an der Göltzsch gefolgt. Sie sammelten Müll aus dem Gewässer und vom Ufer. Etwa zwei Kubikmeter kamen zusammen, schätzte IGFS-Präsident Lutz Glaser nach zweieinhalb Stunden Arbeit ein. Neben Vereinsmitgliedern waren Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Vogtlandkreises und des Natur- und Umweltzentrums Oberlauterbach (Nuz) sowie Schüler der Oberschule Lengenfeld auf Achse. Sie packten jede Menge Plastikmüll, Draht, Möbelspanplatten, mehrere Plastiktonnen oder Flaschen in die Müllsäcke. Größtes Teil war ein komplettes Fahrrad. Die Helfer brachten das Sammelgut zum Sammelplatz am Klopferwehr. Die Landestalsperrenverwaltung entsorgt den Müll.

"Wir wollten aktiv etwas für die Umwelt tun und nicht während der Schulzeit demonstrieren", nannte Lehrerin Ina Tiepner als Motivation für die Teilnahme von Schülern der 9b. Die Jugendlichen hatten sich auf den Aufruf von Bürgermeister Volker Bachmann (CDU) gemeldet. Zu ihnen gehört Lucas Kalusok, als Mitglied im Lengenfelder Angelverein mit den Themen Fisch und Gewässer vertraut. "Ich weiß, dass Müllfressen für Fische nicht gut ist. Mich ärgert, was die Leute alles reinschmeißen", sagte er. Mit Greifzangen ausgerüstet rückten die Mitarbeiter des Nuz dem Müll zu Leibe. "Der Einsatz passt zu unserem Aufgabengebiet", so Projektleiter Peter Born-Franzberg.

Bürgermeister Bachmann erklärte, dass man mit der Aktion zwar nicht die Welt retten könne, aber etwas für eine saubere Umwelt zu tun sei zumindest ein richtiger Schritt dazu. Er sei froh, dass wieder Leben in der Göltzsch existiere, nachdem der Fluss einst so gut wie tot war.

IGFS-Präsident Glaser lud die Helfer nach getaner Arbeit zum gemeinsamen Essen ins Bürgerhaus Weißensand ein, wo sie ein Spanferkel am Spieß erwartete. Während eines Vortrages erfuhren sie Wissenswertes zum Thema Gewässer, konnten sehen, wie das Fliegenfischen als besondere Art des Angelns funktioniert und wurden mit der hohen Kunst des Bindens von Fliegen vertraut gemacht.

Die IGFS ist Pächter von 23,5 Kilometern Göltzsch zwischen Falkenstein und dem Zufluss des Friesenbaches vor der Göltzschtalbrücke. Die Bachforelle als Leitfisch entwickle sich wieder, hieß es, nachdem ab 2015 drei Jahre lang der Kormoran die Bestände dezimiert hatte. Solche Arbeitseinsätze und Projekte zur Renaturierung, zum Artenschutz oder zur fachgerechten Gewässernutzug sowie der Fischlehrpfad an Käppels Teichen gehören zum Spektrum der IGFS-Vereinstätigkeit.

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