Mario Horn will vorankommen auf angefangenen Baustellen

OB-Wahl Oelsnitz: Vier Kandidaten treten zur Wahl am 17. März an. Wir stellen sie vor. Heute: Mario Horn (CDU).

Oelsnitz.

Mario Horn hat ein ganzes Blatt voller Stichpunkte notiert: Gebaute Straßen, Betriebe, die sich angesiedelt oder erweitert haben, sanierte städtische Einrichtungen, Feste. Alles Dinge, die in den vergangenen sieben Jahren unter seiner Regie als Oberbürgermeister entstanden sind. "Wenn man die Fakten zulässt, hat sich viel getan", sagt Horn. Und doch gibt es in Oelsnitz den einen oder anderen, der etwas neidisch auf die Aufbruchsstimmung schaut, die sich in den Städten aufwärts der Weißen Elster zeigt. "Es melden sich aber doch nur die zu Wort, die unzufrieden sind", hält der Stadtchef entgegen - und es klingt ein bisschen stoisch.

So stoisch, wie er durch sein Krisenjahr 2017 steuerte. Kritiker sagten, er saß es aus. Es war Sand im Getriebe in Oelsnitz. Turbulenzen in Rathaus, Stadtrat, Verwaltungsgemeinschaft und mit dem Landrat brachten den OB zumindest nach außen hin ins Schlingern. Ans Hinschmeißen habe er jedoch nie gedacht, versichert Horn, der der Situation im Nachgang Positives abgewinnt. "Als Team wurden wir dadurch fest zusammengeschweißt", sagt er über seine Amtsleiter in der Stadtverwaltung.

Mit diesem Team will Mario Horn als Stadtchef gerne weitermachen. Wenn er auf eine mögliche neue Amtszeit blickt, formuliert er keine großen Visionen. Horn bleibt nah am Boden. Er weiß, was möglich ist und an Vorhaben aktuell in der Schublade liegt. Es sind viele Baustellen, auf denen er vorankommen will und muss. Manches ist schon sehr konkret - wie der Abriss der Halbmondbrache und der anschließenden Revitalisierung der Fläche zum Gewerbegebiet. Oder die Sanierung der Kita am Stadion sowie des Gymnasiums. Beides sind Millionen-Projekte, die Mario Horn nicht versprechen muss. Die Weichen sind gestellt. Auch er war daran maßgeblich beteiligt.

Aber es gibt in der Stadt auch Baustellen, die aufgerissen daliegen und auf Lösungen warten. Eine ist die Talsperre Pirk, deren Entwicklung Mario Horn schon vor sieben Jahren zu seinen Wahlzielen machte. Getan hat sich bislang nahezu nichts. An der Pirk ruderte man weitestgehend für sich allein. Jetzt will Horn der Forderung nachkommen, dort als Stadt wieder mit ins Boot zu gehen. "Wir sind uns der Verantwortung bewusst", sagt er. Drei Wege gebe es, skizziert er: die Schaffung eines Eigenbetriebes, die Bildung eines Zweckverbandes gemeinsam mit Weischlitz oder die Pirk unter das Dach der Talsperre Pöhl zu bringen, wie es das Landratsamt wohl gerne sähe. Horn favorisiert den Zweckverband. Entscheiden muss jedoch irgendwann der Stadtrat.

Eine weitere Baustelle ist das Thema Bauhof. Der befindet sich aktuell in Regie der Stadtwerke und erledigt unter anderem den Winterdienst. Die Stadt bezahlt dafür ihren Tochterbetrieb. Doch ist das zu kompliziert und der Bauhof sollte lieber wieder direkt dem Rathaus unterstellt werden, weil dann vielleicht manches schneller geht? "Bis zum Sommer soll die Grundsatzentscheidung getroffen werden", sagt Horn. Hinter die Baustelle Kultur setzt er hingegen einen Haken. Lange wurde im Rat über Sparmöglichkeiten diskutiert. "Die sind aber begrenzt", sagt er. Abreißen will Mario Horn das marode frühere Kreiskulturhaus, um dort Parkplätze zu schaffen. Zuvor muss die Stadt jedoch noch ins Eigentum kommen.

Ein Dauerbrenner ist das Thema Innenstadt. Der OB träumt von einem italienischen Restaurant am Markt, idealerweise mit Außengastronomie, gern in der jetzt leeren Gaststätte neben dem Rathaus. Auch McDonalds habe er schon kontaktiert. Für die sei Oelsnitz aber zu klein, so Mario Horn. "Man kann nur Klinken putzen", sagt er. "Immer wieder."

Bürgerforum der "Freien Presse" mit allen vier Kandidaten: am 7. März, ab 19 Uhr am Julius-Mosen-Gymnasium.


Zur Person

Mario Horn ist 47 Jahre alt, nicht verheiratet, aber in festen Händen, er hat eine Tochter. Der studierte Bankbetriebswirt war viele Jahre als Mitarbeiter des früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Robert Hochbaum tätig, bevor er nach dem Tod der Oelsnitzer Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius im Jahr 2012 als Stadtchef kandidierte.

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