Marode Eisenbahnbrücke: Bau kommt 2019

Nach dem Vorfall in Italien steht baufällige Infrastruktur europaweit im Blickpunkt. Ein kleines Beispiel gibt es auch im Oberland.

Zwota.

Die Eisenbahnbrücke über den Zwota-Bach in Zwota-Zechenbach ist trotz des trockenen Sommers derzeit fast vollständig hinter einer grünen Wand aus Bäumen verschwunden. Wer genau hinschaut, sieht die Schäden, die der Zahn der Zeit am Mauerwerk hinterlassen hat - es bröckelt und bröselt an vielen Stellen.

Die Deutsche Bahn Netz, Eigentümer der von der Vogtlandbahn gemieteten Strecke zwischen Zwotental und Klingenthal, muss und will im kommenden Jahr eine neue Brücke errichten. Nach den Informationen vom Verkehrsverbund Vogtland soll dies im Oktober 2019 geschehen. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von vier Wochen. Die neue Brücke wird neben der alten vorgefertigt und dann eingeschoben.

"Im Rahmen der Anhörung der Träger öffentlicher Belange haben wir die Einrichtung eines Stichstreckenblockes von Kraslice bis Zwota- Zechenbach gefordert, um den Schienenersatzverkehr auf ein Minimum zu beschränken. Dieser wurde allerdings seitens DB Netz abgelehnt", sagte dazu Thorsten Müller, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vogtland.

Bei einem Stichstreckenblock würde die Strecke an der Unterbrechung enden und eine Sackgasse bilden, in der ein Zug reinfahren, am Ende wenden und wieder ausfahren darf. Und das alles unter Signalsicherung. Bei Baumaßnahmen können die Züge so nah wie möglich an das Ende der Strecke geführt werden. Das kostet die Bahn viel Geld.

Prominentes Beispiel war laut Müller die Brückenerneuerung in Falkenstein, bei der die Züge in Eich und Lengenfeld enden mussten. Bei einem Stichstreckenblock hätte auf beiden Strecken bis nach Falkenstein gefahren werden können, das war aber zu teuer. "Fahrgastschonendes Bauen ist etwas anderes und deswegen gibt es immer wieder Streit mit der DB. Wir fordern dies aber unablässig ein", so Müller.

Die Strecke zwischen Falkenstein und Graslitz/Kraslice wird durch das Elektronische Stellwerk (ESTW) in Falkenstein gesteuert. Die Einrichtung eines Stichstreckenblockes erfordert ein Softwareupdate des ESTW, das nach Angaben der DB Netz sehr kostenintensiv und damit unwirtschaftlich sei. So sollen sich Kosten auf 750.000 Euro belaufen. Ein solches Update wäre demnach zu Beginn und am Ende der Maßnahme nötig.

Im Falle des geplanten Brückenbaus in Zwota mit einem Stichstreckenblock wäre Schienenersatzverkehr nur auf dem knapp drei Kilometer langen Abschnitt zwischen Zwotental und Zwota-Zechenbach nötig. So aber muss der Verkehrsverbund die Busse zwischen Graslitz/ Kraslice und Zwotental verkehren lassen, wobei Uwe Badstübner, der zuständige Mitarbeiter beim Verkehrsverbund Vogtland, auch einen Schienenersatzverkehr bereits ab Schöneck in Erwägung zieht, vor allem wegen der dort günstigeren Infrastruktur für Umstiege zwischen Bahn und Bus.

Nach derzeitigem Stand ist der Brückenbau vom 7. bis 31. Oktober 2019 geplant. Die Strecke wird gesperrt. Im Zeitraum vom 11. bis 23. Oktober muss Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. In den Zeiträumen 7. bis 10. Oktober und 24. bis 31. Oktober soll die Streckensperrung nur in den Nachtstunden erfolgen.

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