Matschwinter fordern den Winterdienst

Der Klimawandel stellt die Verantwortlichen fürs Räumen und Streuen im Vogtland vor neue Herausforderungen. Ein ganz anderes Problem konnte indes entschärft werden.

Adorf.

Der Winterdienst im Vogtland spürt ein sich veränderndes Klima. "Wir haben viel mehr Null-Grad-Situationen als noch vor Jahren", sagte Straßenmeister Matthias Honig am Dienstag bei der Vorstellung der Winterdienstflotte des Kreises in der Straßenmeisterei Adorf. Der Frost-Tau-Wechsel mit der Gefahr überfrierender Nässe stellt für den Winterdienst dabei eine besonders anspruchsvolle Situation dar. "Es muss auch vorbeugend Salz gestreut werden", erklärte der 63-Jährige. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sei nasser Schnee, der sich schneller festfahre und für glatte Fahrbahnen sorgt. Durchgängige Schneelagen seien vergleichsweise einfach händelbar. Doch diese Winterphasen würden weniger, so die Erfahrung der Adorfer Räumexperten.

Gleichwohl: Der Kreis und seine Mitarbeiter präsentierten sich wie jedes Jahr im November gerüstet für den Winter. 27 Mitarbeiter stehen in den vier Straßenmeistereien in Adorf, Plauen, Falkenstein und Reichenbach für den Winterdienst auf Kreis-, Staats- und Bundesstraßen bereit. Auch die Streusalzlager sind gut gefüllt. 8100 Tonnen wurden gebunkert, ein großer Teil zum günstigen Sommerpreis. Darüber hinaus wurden 237.000 Euro in neue Winterdiensttechnik investiert, wie Landrat Rolf Keil (CDU) informierte.

Auf neue Gegebenheiten mussten sich die Verantwortlichen im Vogtland bei der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen einstellen. Immer weniger Unternehmen wollten sich zuletzt auf das schwierige und wetterabhängige Winterdienstgeschäft einlassen. Daher wurden verschiedene Stellschrauben gedreht. Eine wesentliche: Die gebundenen Firmen aus der freien Wirtschaft werden bevorzugt eingesetzt, um den für sie notwendigen Grundumsatz zu erwirtschaften. Im Falle eine ausbleibenden Winters steht der Landkreis finanziell in der Pflicht, sogenannte Ausgleichszahlungen zu leisten. "Mit dieser Maßnahme konnten wir Ruhe reinbringen und das System stabilisieren", sagte Dietmar Rentzsch, Amtsleiter für Straßenunterhalt. "Leistungserbringer zu finden, ist aber nach wie vor ein Problem." Insgesamt 21 Unternehmerfahrzeuge stehen im Vogtland für den Winterdienst zur Verfügung. 16 eigene Fahrzeuge gehören zum Fuhrpark der Straßenmeistereien. Ein Miet-Lkw, zwei Traktoren und vier Multicars sowie acht Schneeschleudern können bei Bedarf eingesetzt werden.

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