Millionen zum Schutz vor der nächsten Flut der Großen Pyra

Fünf Jahre liegt das letzte große Hochwasser in Muldenhammer zurück. Noch immer wird an der Beseitigung der Schäden gearbeitet. Für ein gefährliches Nadelöhr gibt es aber noch keine Lösung.

Muldenhammer.

Für knapp 219.000 Euro wird die Firma Bauer Bau als Zschorlau die Durchlässe zur Großen Pyra im Bereich der Morgenröther Straße in Rautenkranz neu verrohren. Den Zuschlag hat der Gemeinderat am Dienstag erteilt, die Arbeiten werden wahrscheinlich noch in diesem Monat beginnen.

Es ist nach den Worten von Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler) das letzte große Vorhaben, das in der Gemeinde im Ergebnis der Hochwasser vom Januar und Juni 2013 in Angriff genommen wird. Rund 2,5 Millionen Euro wurden bereits investiert. Fast ein Drittel wurde in Jägersgrün eingesetzt, um Schäden zu beseitigen, die das Wasser der Kleinen Pyra hinterlassen hatte, und Dämme neu zu errichten.

"Unmittelbar nach dem Juni-Hochwasser hatten wir als Soforthilfe für kleinere Maßnahmen 56.000 Euro erhalten. Damit konnten unter anderem Arbeiten am Sportplatz in Morgenröthe-Rautenkranz finanziert werden", so der Bürgermeister.

Für die knapp 3100 Einwohner zählende Gemeinde stellt die Realisierung der Hochwasserschutzmaßnahmen trotz kompletter Förderung durch den Freistaat einen Kraftakt dar. Durch die Vorfinanzierung der Vorhaben musste immer wieder der Kassenkredit in Anspruch genommen werden.

Für ein Nadelöhr gibt es aber noch immer keine Lösung - den Mündungsbereich der Großen Pyra in die Zwickauer Mulde in Morgenröthe-Rautenkranz. Am 2. Juni 2013 war in dem Bereich ein Pegel von 2,70 Metern erreicht worden, nachdem innerhalb von vier Tagen über 180 Liter Regen je Quadratmeter gefallen waren. Für Rautenkranz bedeutete dies Hochwasserstufe 4. Der Pegel 2013 lag 50 Zentimeter über dem vom Dezember 1974. Rekordwert sind 3,20 Meter von 1954.

Hans Vulturius (CDU), langjähriger Gemeinderat und jetzt Orts- vorsteher von Morgenröthe-Rautenkranz, hatte im vergangenen Jahr darauf verwiesen, dass schon seit dem Augusthochwasser 2002 nach Lösungen gesucht werden sollte, wie dieses Nadelöhr entschärft werden könnte. "Die Erfahrungen der Hochwasser seit 1954 zeigen, dass meist die Große Pyra mehr Wasser als die Zwickauer Mulde führt. Das führt zu Rückstau im Mündungs- bereich. Da steht dann alles unter Wasser", zeigte er damals auf.

Nach den Worten von Bürgermeister Mann hatten die Planungen nach dem Hochwasser 2002 auch begonnen, aber nach den Fluten von 2013 habe sich eine komplette Überarbeitung notwendig gemacht. Die Zwickauer Mulde ist ein Gewässer 1. Ordnung, die Zuständigkeiten liegen beim Freistaat. "Es gibt noch keine neuen Pläne", sagte Mann dazu am Dienstag auf Nachfrage von Gemeinderat Udo Jähn (CDU).

Erst wenige Wochen vor dem Januar-Hochwasser 2013 waren an der Marksbachstraße in Morgenröthe die Schäden eines Hochwassers vom August 2010 behoben worden. Damals war der etwa acht Meter hohe Hang auf einer Länge von mehr als 50 Meter unterspült worden und abgerutscht. Die Sanierung mittels einer Stürzmauer kostete rund 560.000 Euro, bei den Bohrungen für deren Fundament wurde zudem ein unbekanntes Bergwerk aus dem frühen 17. Jahrhundert entdeckt. Der Stollen wurde nach der Unter- suchung verfüllt.


Schutzmaßnahmen seit 2013

15 Projekte für Schutzmaßnahmen im Umfang von rund 2,5 Millionen Euro wurden allein seit 2013 in Muldenhammer realisiert. Am kostenintensivsten waren dabei die Wiederherstellung der Dämme der Kleinen Pyra in Jägersgrün (580.000 Euro) und im Ortskern Tannenbergsthal (417.000 Euro). Der Neubau der Brücke Zeughäuser Straße in Morgenröthe kostete 293.000 Euro. In Hammerbrücke flossen für die Straßenentwässerung Schneckensteiner Weg/Deimersbach 250.000 Euro und für die Brücke Salzbach/Breite Wiese 145.000 Euro.

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