Mit dem Fahrrad zu Mundharmonika live

Georg Böger aus Darmstadt bevorzugt seit Jahren eine nichtalltägliche Anreise nach Klingenthal. Diesmal hat er mit Frank Fraulob einen Begleiter.

Klingenthal.

40 Jahre ist das Fahrrad von Georg Böger alt. "Damit bin ich gut 150.000 Kilometer gefahren", erzählt der Darmstädter. Seit 2011 ist er beim Festival Mundharmonika live dabei, seit 2012 reist er stets mit dem Rad an. Knapp 400 Kilometer ist die Tour lang. Der 60-Jährige genießt die Fahrt, bevor er beim Schweizer Noldi Tobler im Workshop sitzt. Diesmal hatte Böger einen Begleiter. Frank Fraulob radelt in Krautheim an der Jagst los. In Schweinfurt trafen sie sich und radelten gemeinsam ins Vogtland. "Der Georg hat mich gezogen", schmunzelte Fraulob - beeindruckt von der Tour, die für ihn knapp 350 Kilometer lang war.

Der 57-Jährige stammt eigentlich aus dem Osterzgebirge. Er arbeitet in der Raumfahrttechnik und war 2009 erstmals beim Festival. Wie Georg Böger ist auch er Laienspieler. "Eigentlich stamme ich aus einer unmusikalischen Familie", sagt er. Auf die Mundharmonika aufmerksam wurde er durch Michael Hirte, dessen Karriere 2008 durch eine Castingshow des Fernsehsenders RTL begann. Nach einem Auftritt vor Arbeitskollegen ist es inzwischen Tradition, dass er zur Weihnachtsfeier einige Lieder spielt.

Zu Hause im rund 4600 Einwohner zählenden Krautheim an der Jagst, gelegen im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs, organisiert Frank Fraulob seit fünf Jahren am 3. Adventswochenende die Stadtweihnacht. "Da gibt es auch eine Freie Bühne für Musiker aller Genres. Die Anregung dazu habe ich aus Klingenthal mitgebracht", erzählt er.

Georg Böger wiederum hatte die Idee, das Klingenthaler Festival mit einem Mundharmonika-Gottesdienst am Sonntag zu bereichern. "Organisationschef Karsten Meinel fand die Idee gut. Und der Gottesdienst findet seither großen Zuspruch", sagt er nicht ohne Stolz. Georg Böger spielt vier, fünf Mal pro Woche Mundharmonika in Kirchen, oft auch im Zusammenspiel mit klassischen Instrumenten.

In Klingenthal belegt er stets Workshops bei Noldi Tobler. "Man lernt immer etwa Neues. Alles, was ich auf der Mundharmonika kann, verdanke ich dem Noldi", macht er dem Schweizer ein großes Kompliment. Beruflich schreibt er übrigens Bedienungsanleitungen für Auswuchtmaschinen - die gibt es vom Autoreifen bis zur Flugzeugturbine.

Frank Fraulob dagegen wechselt bei den Workshops - er war schon bei Dirk Rolle und Olaf Böhme, bei Ben Boumann und Veronika Barends, in diesem Jahr sitzt er bei Martin Fetzer im Kurs. "Was in Klingenthal zum Festival auf die Beine gestellt wird, ist einfach toll", sagt er. Und Georg Böger stimmt dieser Meinung gerne zu.

Nach Hause geht es übrigens nicht mit dem Rad. "Der schönste Urlaub hat ein Ende. Am Montag will mich mein Chef wieder sehen", meint Georg Böger. Er wird am Sonntag mit dem Zug nach Darmstadt fahren, "Radelpartner" Fraulob holt seine Frau ab. Bis zum 20. Festival im kommenden Jahr bleibt noch genug Zeit, Pläne für die Anreise- Variante zu schmieden.

Termin: Am heutigen Mittwoch, 20 Uhr Ferienhotel Zwotatal: Auftaktabend mit dem Petra-Börnerova-Trio und Charlie Slavik.

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