Mit Rot gegen die Not: Vogtländer setzen ein Zeichen

Mit der Aktion "Night of Light" hat die Unterhaltungsbranche der Region auf ihre prekäre Lage aufmerksam gemacht. Auch markante Gebäude in Oelsnitz, Bad Elster, Markneukirchen und Netzschkau waren in ungewohntes Licht getaucht.

Oelsnitz/Bad Elster.

Manch einer, der es nicht wusste, wunderte sich am Montagabend darüber, weshalb in Oelsnitz das Schloss Voigtsberg in einem roten Licht erstrahlte. Die Beleuchtung war so intensiv, dass Schloss-Anwohner und auch Spaziergänger auf der Dr.-Friedrichs-Straße, von der die beleuchtete Burganlage besonders gut zu sehen war, ihre Handys zückten, um die Ansicht zu fotografieren.

Verantwortlich dafür war Moritz Gräßler von Mo-Event aus Tirpersdorf. Der DJ für Hochzeiten und Partys schloss sich mit Veranstaltungstechnikern der beiden Firmen LS Light Design aus Plohn und der MC Veranstaltungstechnik aus Gefell zusammen. Gemeinsam brachten sie die ehrwürdigen Mauern der Burganlage bis in die Nacht hinein zum Strahlen. Der Grund dafür war die bundesweite Aktion "Night of Light" (Nacht des Lichtes), bei der ein stummes Signalfeuer an die Politik gesendet wurde, um der Branche in Coronazeiten unter die Arme zu greifen. Auch für Moritz Gräßler sind in den vergangenen Wochen alle Aufträge weggebrochen. Die Zeit nutzte er, um seine spezielle Selfie-Box, die bei Veranstaltungen und Partys zum Einsatz kommt, weiterzuentwickeln. "Für mich als DJ waren die letzten drei Monate eine Katastrophe. Viel konnte ich nicht machen, außer meine Fotobox aufzurüsten und zu verbessern", sagt er. Seit letztem Wochenende ist er als DJ wieder im Geschäft. "Ich bin wirklich froh, dass die Lockerungen es hergeben und ich Veranstaltungen unter 50 Personen begleiten kann. Kommenden Samstag steht wieder eine Hochzeit an", so Moritz Gräßler. Für Luca Scheibe, Veranstaltungstechniker von LS Light Design, ist die Situation anders. Er rüstet Veranstaltungen für 500 bis 3000 Besucher aus. Open Airs und große Feste gehören dazu. "Events in dieser Größenordnung finden ja derzeit noch nicht statt. Es ist für uns ein reinstes Geduldsspiel, denn man weiß nicht, was die nächsten Corona-Lockerungen bringen werden", sagt er. Seinen Worten nach haben einige Mitarbeiter in der Branche generell noch Nebenjobs, um Geld zu verdienen. "Für jene, die das hauptberuflich machen, ist es momentan eine harte Zeit, da der Veranstaltungsmarkt in der ganzen Breite wegfällt", so Luca Scheibe.

Auf diesen Umstand machte auch die Chursächsische Veranstaltungs GmbH in Bad Elster aufmerksam. Sie hat sich ebenfalls an der Aktion beteiligt. Dazu wurde die Kunstwandelhalle inmitten der Parkanlagen des Kurortes ab der abendlichen Dämmerung bis in den Dienstagmorgen hinein in rotem Licht erstrahlt. "Mit der besonderen Beleuchtung wollten wir uns an der bundesweiten Initiative beteiligen und ein alarmierendes Zeichen setzen, um in der breiten Öffentlichkeit auf die dramatische Lage der Veranstaltungswirtschaft in der Coronakrise aufmerksam zu machen", so Marketingdirektor Stephan Seitz. Die Kunstwandelhalle wurde als Objekt für die Aktion ausgesucht, weil es die Lichttechnik erlaubt, die Halle von innen heraus zu beleuchten und somit einen schönen Effekt zu erzielen. "Hier findet auch derzeit ein Großteil unserer Veranstaltungen der Reihe Sommer Classics statt. Von daher hat dass gut gepasst", erklärt Stephan Seitz.

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