Musikalische Raritäten bereichern Fundus des Harmonikamuseums

Aus Bad Lauterberg auf der niedersächsischen Seite des Harzes erhielten die Zwotaer Material über das Klingenthaler Handelshaus Meinel & Herold.

Zwota.

Die 4-chörige Deutsche Harmonika sieht aus, als wäre sie noch fabrikneu. Aber der Einruck täuscht, das Instrument ist inzwischen 111 Jahre alt. Am 5. Oktober 1905 wurde es von der Klingenthaler Firma Meinel & Herold für 10,80 Reichsmark an Otto Münch in Ruppersdorf verkauft, heute ein Stadtteil von Herrenhuth/Lausitz. Die Rechnung ist noch im Original erhalten. "Das Instrument befindet sich in einem ausgezeichneten Zustand. Selbst der in blauer Farbe gehaltene Balg ist nach den Jahren noch völlig in Ordnung", machte Museumsmitarbeiterin Ulrike Müller deutlich.

Die Deutsche Harmonika gehört zum Fundus, den Erika Lehmann aus Bad Lauterberg, gelegen im niedersächsischen Teil des Harzes, dem Harmonikamuseum Zwota zur Verfügung gestellt hat, dazu Kataloge und anderes schriftliches Material der Klingenthaler Firma Meinel & Herold, die 1893 gegründet wurde und als Musikhaus bis 1974 bestand.

Ein Katalog von 1898 macht deutlich, über welches Sortiment die Klingenthaler einst verfügten. Sie hatten damals beispielsweise Kalliston-Drehorgeln im Angebot, die erst 1897 auf der Weltausstellung in Brüssel (Belgien) prämiert worden waren. Bei diesen Vorläufern der Grammophone und Plattenspieler wurde die Musik noch nicht über Metall-Notenscheiben erzeugt, sondern über ein 1,20 Meter langes Metallblatt, das um das Gerät herumlief. Leider ist nicht angegeben, wer die Kalliston-Orgeln baute.

Die Echtheit der im Katalog abgedruckten Dankschreiben, die die Klingenthaler Firma zwischen 1894 und 1889 erhielt, bestätigte übrigens der Plauener Gustav Lange, der den Katalog druckte. Zu den neuen Ausstellungsstücken gehört auch ein Akkordeon der Marke Gigantilli, gebaut 1935 bei der Zwotaer Firma Glaß & Schmidt, das ebenfalls in einem hervorragenden Zustand ist. Auf das Instrument aufmerksam geworden war der Zwotaer Kantor Rico Schneider, den Ankauf für das Museum vermittelte Robert Thoß.

Geöffnet ist das Harmonikamuseum Zwota dienstags bis donnerstags 10 bis 16 Uhr.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...