Musikalischer Frühschoppen mit Kaninchen

Die Bad Brambacher Kleintierzüchter haben im Hof des Heimatmuseums Rassetiere gezeigt. Das Interesse war groß.

Bad Brambach.

Traditionell haben die Bad Brambacher Kleintierzüchter den musikalischen Frühschoppen mit den Bärendorfer Musikanten im Hof des Heimatmuseums mit einer kleinen Werbeschau begleitet. Sie zeigten die Vielfalt der gezüchteten Kaninchen- und Geflügelrassen und erinnerten damit auch daran, dass sich die Aktivitäten der Zuchtfreunde nicht nur auf die alljährliche Lokalschau am zweiten Adventswochenende beschränken.

Der Kleintierzuchtverein Bad Brambach kann auf ein mehr als 100-jähriges Bestehen zurückblicken. Am 4. März 1906 gründeten 28 Zuchtfreunde den Geflügel- und Kaninchenzüchterverein zu Brambach i/Vogtl. i/S. Noch im selben Jahr organisierten sie die erste Lokalschau. Seitdem sind die Ausstellungen mit den Rassetieren nicht mehr aus Terminkalendern wegzudenken. Gingen die Geflügel- und Kaninchenzüchter in den 20er und 30er Jahren zeitweise getrennte Wege, kamen die Googl, wie die Züchter hier genannt werden, bald wieder zu der Einsicht, dass es gemeinsam besser geht. Der Verein hatte einst sehr großen Zulauf, von diesen Mitgliederzahlen kann man heute nur noch träumen. Zu den monatlichen Versammlungen treffen sich aktuell im Schnitt zehn Zuchtfreunde im Vereinszimmer im "Stadt Leipzig". Legendär waren die Ausstellungen, die oft noch ein kulturelles Begleitprogramm hatten, in den Lokalen "Stadt Dresden" und Hotel Wilfert (Gaststätte "Freundschaft"). Unvergessen auch die Lokalschauen im einstigen "Eisstern", wo die Züchter ein besonderes Ausstellungsrecht hatten. Dort im Freibadgelände fanden auch die beliebten Sommerausstellungen statt, deren Tradition sich bis heute in der alljährlichen Werbeschau fortsetzt. Die Zuchtfreunde ruhen sich keineswegs auf vergangenen Lorbeeren aus. Die kleine Truppe um ihren langjährigen Vorsitzenden Peter Gyra macht immer wieder mit Zuchterfolgen von sich reden. Besonders bei den Rassekaninchen heimst der Verein Pokale und Preise ein. So wurden die Züchter aus dem Oberland zur Kreisschau 2016 Sieger im Vereinswettbewerb mit den zehn besten Tieren. Mit Alfred Kohl stellten sie auch den Sieger im Einzelwettbewerb mit den besten fünf Tieren. Beide Erfolge zeugen vom hohen Niveau der Rassekaninchenzucht in Bad Brambach.

Nicht ganz so erfolgreich läuft es bei Geflügel. Hier macht sich vor allem die sinkende Züchterzahl bemerkbar. Dazu waren durch die Vogelgrippe bedingte rigorose Maßnahmen wie Stallpflicht oder Ausstellungsverbot dem Interesse an der Rassegeflügelzucht nicht förderlich. Die Zucht von Rassetieren ist mit viel Arbeit und Aufwand verbunden. Dies ist einer der Hauptgründe, dass die Nachwuchsfindung das vielleicht größte Problem nicht nur der Bad Brambacher Züchter ist. Vielleicht konnte da die Sommerschau im Museumshof Anstoß geben, dass sich jüngere Leute mit der Rassekaninchen- oder Rassegeflügelzucht beschäftigen. Im Kleintierzuchtverein Bad Brambach hätten sie dazu die Unterstützung.

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