Nachbarn feiern mit Musik

Einwohner der tschechischen Stadt Luby/Schönbach und der Partnergemeinde Erlbach haben die Tradition fortgesetzt. Nur der Festplatz war diesmal ein anderer.

Luby/Schönbach/Erlbach.

Nicht nur wegen des einmaligen Datums und der ungewöhnlichen Kombination von Zahlen - nämlich 08.08.2020 - war es ein besonderer Tag. Selten gab es bisher solch eine Gluthitze. Vor allem jedoch: Das Grenzfest fand nicht wie gewohnt auf der Waldlichtung zwischen Luby/Schönbach und Wernitzgrün, sondern auf dem Handballplatz der tschechischen Partnergemeinde statt.

Grund dafür wie bei vielen, sogar allen Vorhaben und Veranstaltungen in diesen Wochen und das nun schon seit Monaten: Corona. Um dieses Wort und den damit einhergehenden Einschränkungen kommt man einfach nicht herum. Deshalb umso bemerkenswerter, dass das Freundschaftstreffen von beiden Seiten mit Hingabe, Einsatz und Ideen ausgerichtet wurde.

Zugegeben: Zumindest am Samstagnachmittag war der Andrang nicht so überwältigend wie gewohnt. Die Hitze, wie erwähnt, hielt vermutlich viele, insbesondere ältere Stammgäste von deutscher Seite ab, sich auf den Weg nach Luby zu machen. Und die Waldlichtung ist nun einmal ein kuscheligerer Platz. Oder wie es Vladimir Vorm, Bürgermeister von Luby/Schönbach, und sein Amtskollege, Erlbachs Ortsvorsteher André Worbs, zwar zweisprachig, aber doch einstimmig ausdrückten: "Das heißt aber nicht, dass wir uns nicht mehr vertragen - im Gegenteil."

Unterhaltung hieß die Trumpfkarte, die auch beim 26. Grenzfest ausgespielt wurde, nachdem tschechische Jugendliche als Symbol für Nachbarschaft und Frieden Tauben von Siegfried Sörgel aus Erlbach gen Himmel steigen ließen. Das Migma-Handwerkerblasorchester und Die Stadlrogga aus Markneukirchen, die Saldo Band und Cheerleader von tschechischer Seite, Kinderbelustigung unter anderem mit Schminken, Bedrucken von T-Shirts und die Ulknudel Sylva van Loon aus Prag, dazu Disco und Feuerwerk am Abend sorgten für ungezwungene Stimmung.

Nochmals Vladimir Worm und André Worbs mit Blick auf die vergangenen Wochen und Monate: "Der Grenzverkehr kam zum Erliegen. Pendler mussten große Umwege in Kauf nehmen. Wirtschaftliche Beziehungen kamen zum Erliegen. Lieb gewonnene Besuche im jeweiligen Nachbarland waren abrupt nicht mehr möglich. Spätestens hier ist auch dem Letzten bewusst geworden, wie wichtig gutnachbarschaftliche Beziehungen sind und wie sie uns nutzen. Das Grenzfest möge zur Normalisierung der gegenwärtigen Situation beitragen."

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