Nein zum Nachschlag

Die Vogtland Kultur GmbH braucht mehr Geld. Im Gemeinderat Muldenhammer biss man damit auf Granit.

Muldenhammer.

Mit 6000 Euro unterstützte die Gemeinde Muldenhammer 2017 die Kultur GmbH des Vogtlandkreises, damit diese die Topaswelt Schneckenstein mit dem Besuchbergwerk Grube Tannenberg und dem Vogtländisch-böhmischen Mineralienzentrum weiterbetreiben konnte. Seit 2018 zahlt Muldenhammer jährlich einen Anteil von fast 30.000 Euro. Mit Blick auf 2020 sollte der Betrag nun auf etwas über 38.000 Euro angehoben werden. Dazu gab es am Donnerstag eine Sondersitzung des Gemeinderates. Der Gemeinderat schmetterte das Anliegen aber ab.

Bürgermeister Jürgen Mann (Freie Wähler), der sich der Stimme enthielt, verwies darauf, dass die knapp 3000 Einwohner zählende Gemeinde mit dem bisherigen Zuschuss für die Kultur GmbH das finanzielle Limit erreicht habe. "Wenn wir alles zusammenzählen, kommen wir auf über 150.000 Euro, mit denen wir in jedem Jahr Maßnahmen im freiwilligen Bereich unterstützen. Wir müssen eine Obergrenze festsetzen, sonst laufen wir Gefahr, dass wir uns übernehmen und in die Konsolidierung müssen", zeigte er auf. So finanziert Muldenhammer die international bekannte Deutsche Raumfahrtausstellung im Ortsteil Morgenröthe-Rautenkranz und soll auch Zentrum werden des in Vorbereitung befindlichen Geopark-Projekts "Sagenhaftes Vogtland", woran die Gemeinde ebenfalls finanziell beteiligt ist.

Ein größeres finanzielles Engagement als aktuell die knapp 30.000 Euro seien nicht möglich, unterstrich Gemeinderat Jürgen Hofmann (CDU). Ähnlich äußerten sich Udo Jähn (CDU), Manuela Schwabe (Freie Wähler), Anika Hofmann (CDU) und Jörg Frister (Linke). Christian Grimm (Freie Wähler) verwies auf die in der Vorlage enthaltenen Formulierungen von der Notwendigkeit einer neuen Strukturplanung für die Kultur GmbH. "Darüber reden wir seit Jahren", machte er deutlich.

Helmut Meißner, seit Januar der Geschäftsführer der Kultur GmbH, wollte sich in der Sitzung nicht zu finanziellen Details äußern. Er verwies darauf, dass durch die Beteiligung von Reichenbach, Auerbach, Markneukirchen und Muldenhammer die Belastung auf mehrere Schultern verteilt sei. Nach seinen Worten hätten die drei Städte dem Antrag bereits zugestimmt. Zudem dränge die Zeit - bis zum 15. August müsse die Finanzierung geklärt sein, um für 2020 die Mittel aus dem Kulturraum anfordern zu können. Da es sich um einen sogenannten Umlaufbeschluss handele, müsse aber die Zustimmung aller Partner vorliegen, sonst wäre er nicht gültig. Wie es nun nach der Ablehnung in Muldenhammer für die Kultur GmbH weiter gehen wird, blieb nach der Sondersitzung unbeantwortet.


Kommentar: UnklugeAktion

Der alte Gemeinderat Muldenhammer steht vor dem Abgang, das Ende Mai gewählte neue Gremium ist noch nicht arbeitsfähig. In dieser Situation die scheidenden Abgeordneten vor die Wahl zu stellen, ihren Nachfolgern in Bezug auf die Kultur GmbH vollendete Tatsachen zu hinterlassen oder als Buhmänner angesehen zu werden, ist eine unkluge Aktion. Die Fristen zum Einreichen von Anträgen für Fördermittel dürften seit langem bekannt sein. Deshalb überrascht es, dass eine Entscheidung über eine Erhöhung der Zuschüsse quasi im Schnelldurchgang getroffen werden soll. Vor dem Hintergrund der Dauerdebatte um die Kultur GmbH hat das einen unschönen Beigeschmack.

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