Neue Debatte um grenzenlosen Verkehr

Die IHK-Regionalkammer unternimmt einen neuen Vorstoß zur Erweiterung des Grenzübergangs Klingenthal. Dazu gibt es heute in Plauen ein Forum mit Landtagskandidaten. Wie sich die Verkehrsinfrastruktur aktuell darstellt.

Klingenthal.

Wer auf der Straße 210 vom Grenzübergang Klingenthal nach Falkenau/Sokolov unterwegs ist, kann am Kreisverkehr bei Zwodau/Svatava sehen, wie weit der Bau der Westumgehung vorangeschritten ist. "Dieser Bau löst das seit Langem bestehende Problem des Transitverkehrs in Richtung Kraslice", hatte sich Petr Navratil bereits 2013 überzeugt gezeigt, damals im Karlsbader Kreis zuständig für das Transportwesen. Mit der Westumgehung bekommt die S 210 direkten Anschluss an die Autobahn R6 - ohne dabei das Stadtzentrum von Falkenau/Sokolov zu berühren.

Den dazu wichtigen Grenzübergang an der Graslitzer Straße in Klingenthal hat der Verkehrsausschuss der Regionalkammer Vogtland der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südwestsachsen seit Langem im Blick. Am heutigen Donnerstag gibt es dazu in Plauen eine Gesprächsrunde der IHK mit den Kandidaten für die Landtagswahl im September.


Ein Positionspapier der IHK zur Verkehrsinfrastruktur bis zum Jahr 2025 sieht die Fertigstellung und Verkehrsfreigabe der B 169/Ortsumgehung Göltzschtal sowie die Weiterführung über Schöneck bis an die tschechische Grenze in Klingenthal vor. Dazu soll der Bau der Ortsumgehung Schöneck die Dringlichkeitsstufe 1 erhalten. Wegfallen soll am Grenzübergang Graslitzer Straße die seit 2012 geltende Tonnage-Begrenzung auf zwölf Tonnen. Ausnahmen gibt es: Im vergangenen Jahr passierten nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr im Durchschnitt täglich 38 Schwerlastfahrzeuge den Grenzübergang, 2017 waren es 41 gewesen, 2016 lag die Zahl bei 28.

Auf tschechischer Seite wurde die S 210 als Anbindung an das Vogtland bereits schrittweise ausgebaut, zwischen Falkenau/Sokolov und Unter Neugrün/Dolny Nivy sind an Anstiegen teilweise zwei Richtungsspuren angelegt. Offen ist noch ein Abschnitt nahe der Bahnstation Rothau/Rotava sowie die Ortsdurchfahrt von Graslitz/Kraslice bis zur Grenze. In der tschechischen Grenzstadt sind die Pläne umstritten.

Im November 2007 waren in Graslitz/Kraslice rund 1200 Bürger beiderseits der Grenze zu einer Protestkundgebung gegen mehr Lkw-Verkehr gekommen. 2008 sammelte die Klingenthaler Bürgerinitiative mehr als 4000 Unterschriften gegen Schwerlastverkehr.

Die Stadt Klingenthal lehnt eine Aufhebung der bislang auf zwölf Tonnen begrenzten Tonnage für den Grenzübergang Graslitzer Straße weiter ab. Das teilte Bürgermeister Thomas Hennig (CDU) nach Rücksprache mit dem Stadtrat bereits im Februar dem Verkehrsausschuss der IHK-Regionalkammer Plauen mit.

Die Wirtschaftsvertreter fordern im besagten Positionspapier bis 2025 auch einen Ausbau der Schienenlogistik im Vogtland. Seit 2000 gibt es mit der Vogtlandbahn zwischen Zwickau und Mehltheuer über Klingenthal nur Personenverkehr in die Tschechische Republik. Der Gütertransport auf der Strecke zwischen Falkenstein und Klingenthal wurde bereits 1994 eingestellt.

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