Neue Firma in Muldenhammer stellt Elektroweidezäune her

Eine 1953 in Dessau gegründete Firma produziert nun im Vogtland. Was hinter dem Projekt von Cornelia Seidel steht.

Cornelia Seidel, Inhaberin der Firma Curt Seidel Elektroweidezaun, mit den traditionellen Pfählen, die nun im vogtländischen Hammerbrücke gefertigt werden.

Für Sie berichtet: Thorald Meisel

Hammerbrücke. Die Elektrozäune an Weideflächen für Rinder und Schafe sollten 1,20 Meter hoch und über bis zu fünf Isolatoren verfügen. Für Pferdeweiden ist eine Höhe von 1,50 Metern empfohlen - versehen mit bis zu sechs Isolatoren. Solche Elektroweidezäune fertigt seit 1953 die Firma Curt Seidel Möst. Gegründet einst in Möst bei Dessau, hat das kleine Unternehmen nunmehr seinen Sitz im Vogtland, im Ortsteil Hammerbrücke der Gemeinde Muldenhammer. Cornelia Seidel ist jetzt die Chefin. Sie übernahm das zuletzt in Raguhn-Jeßnitz-Möst ansässige Geschäft von Marlies Lott. Die inzwischen 83 Jahre alte Tochter des Firmengründers hatte es seit 1968 weitergeführt.

"Die Übernahme mitten in der Coronapandemie war keine leichte Entscheidung", sagt die neue Inhaberin. Das Risiko war allein schon wegen der Tatsache groß, dass vor Produktionsbeginn erhebliche Mengen an Material auf Vorkasse geordert werden musste.

Dass Curt Seidel weiter im Firmennamen steht, hat seinen guten Grund. Der Name ist international geschützt, ein Markenzeichen für die Qualität in der Entwicklung und Herstellung von Elektroweidezaunpfählen und Isolatoren mit hohen Gebrauchswerteigenschaften, die den Anforderungen an eine perfekte Weidehaltung gerecht werden.

"Wir verwenden einen verzinkten Spezialstahl, der eine Lebensdauer von mehr als 30 Jahren hat", verweist Berthold Seidel, der Ehemann der Inhaberin, auf das Konzept der Nachhaltigkeit.

Je besser dieses Material geeignet ist zur Leitung, zur Isolation, zur Standfestigkeit und in der Haltbarkeit, desto höher ist seine Sicherheit. Mit einem sinnvoll aufgebauten Elektrozaun lassen sich nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Hütesicherheit erhöhen.

Seidel-Elektroweidezäune, ausgestattet mit der originalen Steuerlitze Ost, die einst in der DDR entwickelt wurde, stehen längst nicht nur auf den Weideflächen in Deutschland. Die Seidels konnten mit der Firma einen Kundenstamm übernehmen, der beispielsweise aus Frankreich, Dänemark und der Schweiz kommt. "In den europäischen Nachbarländern ist die Marke seit langem gut bekannt", sagt Cornelia Seidel.

Wer als Landwirt seine Tiere auf die Weide gibt, will sie geschützt wissen. Zur Firmengeschichte gehört deshalb auch die Entwicklung für einen Pfahl zur Abwehr von Wölfen. Ein Thema, das auch in Sachsen an Bedeutung gewinnt.

Auf der Messe "Agra 2017" in Leipzig präsentierte das Unternehmen als Innovation einen Schutzzaun für Pflanzenklärbeete oder Erdbeerplantagen, der das Eindringen von Wildschweinen verhindert. "Wir hatten jetzt eine Anfrage wegen eine Schafherde, die das Gras in einem Solarfeld abgrast. Das Solarfeld ist schon eingezäunt, nun gibt es unseren Schutzzaun noch um die einzelnen Solarreihen, dass die Schafe nicht an die Solarpaneele ran können", berichtet Cornelia Seidel. Die Seidels in Hammerbrücke wollen eine lange Tradition erfolgreich weiterführen.

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