Neue Leitung: Musikinstrumenten-Museum hofft auf Hilfe

Viel Arbeit, wenig Geld: Der neue Leiter des Musikinstrumenten-Museums im Vogtland stößt beim Erforschen und Erschließen seiner Sammlung an Grenzen. Ein Problem, das er mit anderen kleinen Häusern teilt.

Markneukirchen.

Zu Beginn seiner Amtszeit im Musikinstrumenten-Museum im vogtländischen Markneukirchen hofft der neue Leiter zukünftig auf mehr Unterstützung insbesondere für kleinere Museen. «Die personelle Situation, fehlender Platz und finanzielle Planungsunsicherheiten machen es uns oft schwer, sich angemessen um die Sammlung zu kümmern», sagte Stefan Hindtsche der Deutschen Presse-Agentur. Vor allem beim Erforschen von Herkunft und Geschichte der Instrumente in dem 1883 gegründeten Museum sehe er großen Nachholbedarf, so der 39-Jährige.

Seit diesem Monat steht Hindtsche dem Museum mit seinen 4000 größtenteils historischen Musikinstrumenten vor. Er hat das Amt von der bisherigen Leiterin Heidrun Eichler übernommen. Die 62-Jährige unterstützt das Museum seit diesem Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin aber weiter. Drei Jahre lang hatte sie ihren Nachfolger eingearbeitet. Sie selbst ist seit 40 Jahren im Museum tätig. «Ich bin froh, dass ich auf ihr Wissen zurückgreifen kann», betonte Hindtsche.

Die Markneukirchner Instrumentensammlung müsse laut Hindtsche zuerst vollständig erfasst werden. Genaue Bestandszahlen fehlen. Dies betreffe neben den Instrumenten vor allem das Zubehör, darunter historische Taktstöcke und Notenrollen, ergänzte Heidrun Eichler.

Vielen sei nicht bewusst, dass wertvollste historische Instrumente aus aller Welt im Vogtland lagerten. «Wir verwalten sie im Moment auf Sparflamme. Wir brauchen weitere Forschungen», sagte Hindtsche. Das Haus gehöre zu den weltweit ältesten Spezialmuseen. Wegen des zunehmend undichten Daches und der überfälligen Sanierung des 1784 erbauten Gebäudes seien konkrete Ausstellungskonzepte schwierig.

Laut Katja Margarethe Mieth, Direktorin der Landesstelle für Museumswesen, betrifft der geringe finanzielle Spielraum viele kleinere Museen in Sachsen. «Manchmal managt eine Fachkraft den ganzen Betrieb», sagte sie. Diese könne bei den unterschiedlichsten Aufgaben eines Museums, wie der Wissensvermittlung, Ausstellungskonzeption oder Erforschung der Exponate, unmöglich in die Tiefe gehen. In Markneukirchen teilen sich fünf Leute dreieinhalb Mitarbeiterstellen.

Er würde beim Musikinstrumenten-Museum die erforderlichen Weichen stellen, wenn er die Möglichkeit dazu hätte, sagte Markneukirchens Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos). «Unser Museum ist in der Fachwelt ein wichtiger Ansprechpartner. Was das kleine Haus an beachtenswerten, wissenschaftlichen Publikationen herausbringt, ist bemerkenswert», so das Stadtoberhaupt.

Das Museum in städtischem Besitz sei in einem Zustand, bei dem normale Reparaturarbeiten nicht mehr ausreichten. Rubner: «Ich würde gern das historische Gebäude um einen modernen Bau erweitern und beide verbinden. Dann könnten wir verschiedene Angebote unserer Musikstadt bündeln.» Dort angesiedelt gehöre auch der Verein «Musicon Valley», der die als Musikwinkel bekannte Region touristisch vermarktet. Gescheitert sei bisher die Suche nach Fördermitteln. Die Zeit, ein modernes Museumskonzept aufzustellen, fehle bis jetzt allen Beteiligten.


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