Neuer Flächenplan für Markneukirchen

Wohnen, Gewerbe und Stadtbild: Die Stadt gibt nun 200.000 Euro für einen Flächennutzungsplan aus. Ist die Entscheidung so viel wert, legt sich die Kommune Ketten an?

Markneukirchen.

Die Stadt Markneukirchen baut das Grundgerüst für die großen Zukunftsfragen: Wo werden neue Wohnungsstandorte ausgewiesen, wo Gewerbe angesiedelt, wie geht es mit Brachen weiter - und wie sind sie am ehesten wegzubekommen? Alles Themen für den Flächennutzungsplan, den das Büro für Städtebau Chemnitz bis 2021 erarbeiten soll. Der Stadtrat hat den Auftrag zu einem Bruttogebot von 201.800 Euro nun mehrheitlich vergeben. Das sei die Grundlage für die Entwicklung der kommenden 20, 25 Jahre - mit klaren Aussagen, wo was hin soll, befürwortete Stadtrat Walter Voigt (CDU) den Plan.

Das Grundsatzdokument der Stadt wird viele Themen betreffen, die die Menschen im Alltag berühren. Marcus Stowasser (CDU) sprach sich daher dafür aus, die Markneukirchner und die Einwohner der Ortsteile frühzeitig ins Boot zu holen. "Die Bürger müssen profitieren", machte auch Matthias Männel von der FDP-Fraktion deutlich. Dass die Stadt sich mit dem Plan Ketten anlegt, glaubt Walter Voigt nicht. "Es wird keinen Stillstand dadurch geben." Nicht per se optimistisch ist Matthias Kreul (Freie Wähler). "Ich hoffe, dass der Plan weniger zu Beschränkungen als zu Entwicklungen führt. Ich enthalte mich deswegen der Stimme. Ich bin nicht dagegen, sehe aber auch nicht die absolute Notwendigkeit", betonte er. "Wir haben uns bisher auch ohne den Plan entwickelt", warf Kreuls Fraktionskollege André Worbs ein.


Doch die übergeordneten Behörden fordern bei vielen Konzepten eben diesen Flächennutzungsplan, entgegnete Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos). Das Stadtentwicklungsgebiet, welches er im Hinterkopf habe, könne ohne diesen Plan nicht ausgewiesen werden. Rubner räumte ein, dass mit der festgelegten Flächennutzung die Stadt sich zwar festlege, aber zugleich eine Richtung vorgebe. Über den Plan, der schließlich mit zehn Ja-Stimmen bei sechs Enthaltungen und einmal Nein beschlossen wurde, war längere Zeit debattiert worden. Bisher besitzt die Stadt zwar einen genehmigten Flächennutzungsplan aus der Mitte der 1990er-Jahre. Er hat aber nie Rechtskraft erlangt, so Rubner.

In den Haushaltsplänen 2019 bis 2021 sind für den Flächennutzungsplan 190.000 Euro eingeplant - weitere 11.000 Euro muss die Stadt nun aufbringen. Geplant ist, dass dieses Jahr mit dem Vorentwurf begonnen wird. 2020 sollen unter anderem sogenannte Träger öffentlicher Belange wie Behörden, Nachbargemeinden oder Umweltschutzverbände gehört werden. Außerdem soll kommendes Jahr der beim Plan vorgeschriebene Umweltbericht erstellt werden. 2021 soll alles fertig sein. Für den Plan hatte die Stadtverwaltung drei Dienstleister angeschrieben, das Chemnitzer Büro war wirtschaftlichster Bieter gewesen.

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