Neuer XXL-Edeka: Welche Hürden es jetzt noch gibt

Ein altes Problem stellt sich als Knackpunkt des geplanten großen Marktes in Markneukirchen heraus. Aber die Lösung naht.

Markneukirchen.

Das größte Hindernis für den geplanten Bau des Edeka-Marktes an der Markneukirchner Poststraße soll ab Frühjahr aus dem Weg geräumt werden. Es geht um den Bodenaustausch auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerkes. "Das ist der Knackpunkt. Eins Energie hat damit noch nicht angefangen", sagte Bürgermeister Andreas Rubner (parteilos). Seine Mitarbeiter liegen dem Energieversorger damit seit Längerem in den Ohren. Vom Austausch des belasteten Erdreichs ist nach "Freie Presse"- Informationen seit 2013 die Rede.

Nun hat es aber die längste Zeit gedauert, sagt Eins-Sprecher Christian Stelzmann auf Anfrage. Voriges Jahr wurde bekannt, dass Edeka ein Auge auf die Fläche an der Poststraße geworfen hat - den Bereich hinter dem ehemaligen, trotz Bürgerprotesten abgerissenen Kaiserlichen Postamt. Warum dauerte es, bis der Bodenaustausch in die Gänge kommt? Stelzmann begründet dies mit Gelände-Untersuchungen und Abstimmungen mit Behörden. "Seit August liegt die Sanierungsanordnung vor. Als nächstes werden die Bauarbeiten ausgeschrieben", informiert er. Der Bodenaustausch dauert voraussichtlich bis Herbst 2019. Kosten soll er rund eine Million Euro, wovon 90 Prozent das Land aus Fördermitteln und Eins 100.000 Euro aus eigener Tasche zahlt.

Wenn der Bodenaustausch läuft, hat Edeka aus jetziger Sicht bereits Baurecht für die Fläche. Damit sei im ersten Quartal 2019 zu rechnen, sagte Frank Silling von der Allgemeinen Bauverwaltung im Rathaus im Stadtrat. Die vom Abgeordneten Steffen Keller (FDP) gestellte Frage nach dem Eröffnungstermin konnte aber nicht beantwortet werden.

Die Markneukirchner Räte haben einstimmig entschieden, dass der geplante XXL-Edeka - mit 1700 Quadratmetern Verkaufsfläche deutlich größer als der bestehende in Adorf, erst recht als die nahen Lidl- und Netto-Märkte - dem zentralen Versorgungsbereich Markneukirchens zugeordnet wird. Das Städtebauliche Entwicklungskonzept wird entsprechend ergänzt. Hintergrund: In der Anhörung zu den Edeka-Bauplänen hatten die Landesdirektion Sachsen und der Handelsverband Sachsen zwei völlig konträre Stellungnahmen abgegeben.

Während die Landesdirektion, unterstützt von der Regionalkammer der IHK, negative Auswirkungen durch den Edeka auf die Verkaufsstruktur in Markneukirchen befürchtete und das Erstellen einer fachlichen Analyse forderte, sah es der Handelsverband ganz anders. Der geplante Edeka sei ein "Magnetbetrieb, der ansässigen Einzelhandelsfirmen Mehrwert bringen wird", so die Vereinigung. Diese Einschätzung blieb im Stadtrat unwidersprochen, obwohl es in Markneukirchen durchaus kritische und abwägende Stimmen zum Thema Edeka gibt.

Die Firma FLS Gewerbebau Gera, die den Edeka errichten will, hat die geforderte Analyse in Auftrag gegeben. Ergebnis: Dem neuen Edeka wird ein Marktanteil von 20 bis 22 Prozent in Markneukirchen prognostiziert. Vom nahen Lidl und Netto sollen 13,14 Prozent Umsatz zu Edeka wandern, von Innenstadthändlern weniger als zehn Prozent. Ergebnis: "Relative geringe Kaufkraftabschöpfung, keine wirklich negativen Folgen für das Stadtzentrum zu befürchten". Das deckt sich mit Rubners Einschätzung. "Ich bin der Meinung, dass der Stadtkern danach nicht tot sein wird", betonte er.

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