Neues Deutschkurs-Projekt in Adorf für Firmen offen

Stadt erhält Zuschlag für Angebot - Adressaten sind ausländische Beschäftigte und Flüchtlinge mit Kindern

Adorf.

Die Stadt Adorf will die Deutsch-Fähigkeiten ausländischer Mitarbeiter in Firmen des oberen Vogtlandes verbessern. Die Stadt hat den Zuschlag für ein Programm des Bundesfamilienministeriums erhalten, das auch die Deutsch-Kenntnisse von Flüchtlingen erhöhen soll. Auf diesen beiden Säulen ruht das bis Ende 2020 laufende Projekt. Finanziert wird es über die Demografiewerkstatt Kommunen (DWK) des Ministeriums. In dieser arbeitet Adorf seit 2016 mit anderen Städten an Lösungen für eine sich wandelnde, älter werdende Gesellschaft.

Beim Sprachprojekt DWK Integration geht es auch um eine Strategie gegen den Fachkräftemangel. "Firmen sollen sich trauen, zum Beispiel ihre Mitarbeiter aus Osteuropa anzumelden - alle, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Unsere Idee ist bewusst weit gefasst und hat deshalb auch den Zuschlag bekommen", erklärt die Adorferin Liane Lamprecht. Bei ihr Laufen die Fäden für das Projekt zusammen. Auch der zweite Strang: "Bei Deutschkursen für Flüchtlinge und Asylbewerbern haben Mamas mit Kindern bisher nie teilgenommen, weil es keine Möglichkeit gab, in der Zeit ihre Kinder unterzubringen. Beim Kurs jetzt wird es die Kinderbetreuung geben", sagt Lamprecht, die auch Sprecherin des Adorfer Helferkreises ist. Dieser organisiert bereits Deutschkurse für Flüchtlinge.

Ausgerichtet ist der Sprachkurs auf das gesamte obere Vogtland von Markneukirchen bis Oelsnitz. "Die größte Gruppe wird aus Oelsnitz kommen, etwa zehn Leute", sagt Liane Lamprecht. Vier Deutschlehrer und eine Kinderbetreuerin werden sich kümmern. "Geplant ist, dass der Kurs mindestens dreimal die Woche stattfindet", so Lamprecht. Die Kurse sind für Teilnehmer kostenlos, allenfalls Unkostenbeiträge für Material/Transport seien denkbar.

Ort der Kurse ist die frühere Kneipe Maxx an der Hohen Straße von Adorf. Mit dem Eigentümer Wohnungsgesellschaft Adorf besteht ein Nutzungsvertrag. Eine zweite Idee ist da im Blick: Im Maxx ist ein Schülercafé geplant. Das wird aber nicht so fix Realität wie das Sprachprojekt: Erst im Dezember hatten sich Lamprecht, Adorfs Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) und DWK-Berater Klaus Zeitler dafür beworben. (hagr)


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