Nieselregen und Schneegraupel schrecken Marktbesucher nicht ab

Mit Schwung, Elan und Optimismus nach 2020: Reges Treiben herrschte am Samstag trotz des miesen Wetters auf dem 1. Hochneujahrsmarkt in Bad Brambach.

Bad Brambach.

Weihnachten in Familie, Jahreswechsel im Freundeskreis - alles schön, alles gut. In Bad Brambach reichte das einigen allerdings nicht aus. Paul Leonhardt: "Wir hatten schon lange die Idee im Kopf, gerade in der Saure-Gurken-Zeit in Sachen Veranstaltungen etwas auf die Beine zu stellen, um damit das Leben im Ort zu bereichern. Wir dachten uns, dass das Grundstück vom Museum und das angrenzende Grundstück dafür ein geeigneter Platz ist. Und wir haben uns darauf besonnen, dass es ganz früher in Bad Brambach auch schon einen Hochneujahrmarkt gab".

Als Hochneujahr gilt nach Überlieferungen aus dem Brauchtum und Volksglauben vor allem im süddeutschen Raum der 6. Januar. Gestützt durch christliche Traditionen oder Umstellung und Anpassung des Kalenders im 16. bis 18. Jahrhundert ist dieser Tag aber nicht. Und das aufzuklären, darauf kam es in Bad Brambach auch nicht an, sondern auf das Wiederbeleben eines Festes aus vergangenen Zeiten. Gesagt, getan. Organisiert und abgesichert wurde der Hochneujahrsmarkt mit vielen Händen und vereinter Kraft. Anders wäre die Premiere auch gar nicht möglich gewesen, und in dieser geballten Form kommt es in Bad Brambach auch nicht alle Tage vor, dass der Heimatverein, die Gemeinde, das Bram- bacher Carnevalsvolk, das Frauen- gesangsensemble Femina Musica und die Kapelle Kraizdaquer - sie sorgten mit ihren Auftritten zusätzlich für Stimmung - an einem Strang ziehen. Kaum jemand hätte sich nach den Worten von Leonhardt träumen lassen, dass die Premiere so ein Besucherknaller wird. Und das, obwohl den ganzen Nachmittag über und bis in den Abend hinein Schnee vom Himmel graupelte und sich mit Nieselregen ablöste.

Fast alle Einwohner und Generationen von Bad Brambach - so schien es jedenfalls - und dazu etliche Neugierige aus umliegenden Orten drängten, zwängten sich im Museumshof unter Schirmen, an Heizpilzen und an kleinen Feuerstellen. Es roch verführerisch nach Knoblauchbrot und Würsten, Gulaschsuppe und Heißgetränke gingen literweise über den Tresen, Tische bogen sich unter selbst gebackenem Kuchen und an diversen Ständen boten Hobbykünstler Arbeiten an. Und auch das durfte natürlich nicht fehlen: das traditionelle Stärketrinken. Ortschronist Erhard Adler erklärte den Grund: "Früher war es so, dass sich zu Hochneujahr mit Starkbier Kraft für das restliche Jahr angetrunken wurde." Einst kam der Gerstensaft aus der Bad Brambacher Brauerei Renner, am Samstag jedoch als sogenanntes Schlappenbier aus Kulmbach. Es verlockte aber niemanden dazu, einen über den Durst zu trinken, sondern diente eher als Gute-Laune-Heber.

Eines steht schon jetzt fest und nicht nur Paul Leonhardt, der für die Organisation der Premiere den Hut aufhatte, ist überzeugt und sprach nicht nur für sich: "Im nächsten Jahr wird es wird es bei uns wieder einen Hochneujahrsmarkt geben".

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