Nimm drei: Oelsnitzer Musiker zeigen, was alles in ihnen steckt

Musikschule, Mosens Brass Band und Stadtkapelle laden zu einem gemeinsamen Programm ein. Warum davon vor allem die Kapelle profitieren soll.

Oelsnitz.

Oelsnitz ist eine Musikstadt - nur: Wer merkt das? Mit dieser flapsigen Aussage dürfte es am Samstag, 10. Juni, vorbei sein: Erstmals bündeln drei wichtige Akteure in der Stadt ihre Kräfte: "Nimm drei und sei dabei" rufen Musikschule, Mosens Brass Band und Stadtkapelle den Gästen aus Oelsnitz und darüber hinaus hinzu. Jeder der drei Akteure hat an diesem Oelsnitzer Tag der Musik seinen eigenen Part, doch alle unterstützen und helfen einander. "In der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es ein Miteinander der wichtigen drei musikalischen Institutionen in Oelsnitz gibt, das ist sehr wichtig", betont Ralf Fengler, der Leiter der Mosens Brass Band.

Geboren wurde die Idee, konzertiert an einem Strick zu ziehen, bei der Suche nach einem Termin für das Festkonzert zum 40-jährigen Bestehen des Orchesters, das 1977 von Horst Harig mit vier Musikern aus der Taufe gehoben wurde und heute als Mosens Brass Band 63 Mitglieder zählt. Am 10. Juni hat auch die Musikschule ihr Fest geplant, eine Überschneidung hätte keinem geholfen. Zumal die Kontakte eng sind: Wer in der Brass Band spielen will, darf um die Musikschule keinen Bogen machen - und unter dem Dach der Lutherstraße 17 sitzt im zweiten Stock nicht nur die Musikschule, sondern ein Stockwerk tiefer auch die Stadtkapelle. Die hat Nachwuchs wie generell mehr Mitstreiter nötig - und mehr Bekanntheit, sagt Ulrike Persing, Leiterin der Musikschule, einer Außenstelle des Vogtlandkonservatoriums Clara Wieck. In Oelsnitz habe sich eingebürgert, es als alltäglich hinzunehmen, wenn die Kapelle, 22 Leute im Altersdurchschnitt von 30, Jahr für Jahr beständig auftritt. Andernorts sei das Pflaster leichter, weiß Persing und nennt als Motto von "Nimm drei" daher auch, in Oelsnitz "Mauern in den Köpfen einzureißen".


Kai-Uwe Steinbrich, Vereinsvorstand der Stadtkapelle, hofft, dass beim Tag des offenen Orchesters ab 10 Uhr sich Interessierte dazusetzen und mitmachen. Bewusst wurden verschiedene Werke und Schwierigkeitsgrade ausgewählt: Los geht es mit "You raise me up", im Halbstundentakt folgen "Call of Heroes" und "Von Freund zu Freund" sowie von 12 Uhr "Morsica", "Rauschende Birken" und "Colours of the Wind". In der Musikschule können Kinder ab 10 Uhr unter Anleitung der Lehrer Instrumente ausprobieren, 14 Uhr folgt im Vortragsraum ein kleines Konzert, die Kinder-Mitmach-Tänze soll es ab 15 Uhr im Garten geben. Das Festkonzert zu 40 Jahre Brass Band steigt bei freiem Eintritt ab 16.30 Uhr in der Vogtlandsporthalle.

Aufmerksam machen wollen die Veranstalter auch darauf, dass es in Oelsnitz einen "unglaublichen Luxus" gibt, wie Ulrike Persing die seit Jahren erfolgreiche Arbeit von Bläserklassen an Oberschule und Gymnasium nennt. Zudem soll "Nimm drei" keine Eintagsfliege bleiben, sondern wiederholt werden. Die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Stadtkapelle und Musikschule ist schon in dieser Phase: Nach einem "Probelauf" beim Frühlingskonzert wird dies im großen gemeinsamen Weihnachtskonzert am ersten Advent in der Jakobikirche ausgebaut, kündigt Kai-Uwe Steinbrich an.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...