Oberes Vogtland erlebt Ansturm von Skiläufern

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Genug Schnee auf den Bergen, und am Sonntag sogar Sonne. Das lockte am Wochenende die Vogtländer in die Natur. Corona-Verstöße wurden nicht gemeldet.

Erlbach/Klingenthal/Schöneck/ Grünbach.

Wer am Sonntagvormittag eine Ski- oder Wandertour am Hohen Brand zwischen Erlbach und Zwota unternehmen, und dazu als Ausgangspunkt den Parkplatz an der Gopplasgrüner Höhe nutzen wollte, musste schon zeitig unterwegs sein. Bereits gegen 10 Uhr war kaum mehr ein Stellplatz frei.

Das zweite Wochenende des Jahres mit Schnee und Sonne lockte Massen in die Natur, trotz der Coronapandemie. Der 15-Kilometer- Radius, in dem man sich derzeit in der Freizeit bewegen kann, dürfte dabei aber weitgehend eingehalten worden sein, nur einige wenige Fahrzeuge auf den Parkplätzen trugen kein "V" im Kennzeichen.

Bereits am Samstagnachmittag hatte die Hohe-Brand-Loipe einen Ansturm erlebt. Am gestrigen Sonntag war es nicht anders. "Wir haben am Donnerstag gewalzt und waren am Samstagabend noch einmal mit dem Spurschlitten unterwegs gewesen. Noch reicht die Schneeauflage leider nicht, um durchgängig Spuren zu können. Aber das Wetter ist ja einzigartig", meinte Norbert Dick. Der Chef vom Wintersportverein Erlbach war selbst auf der Loipe unterwegs. Als dann am späten Vormittag sogar die Sonne durch die Wolken blickte, machte der Zauberwald zwischen Erlbach und Klingenthal seinem Namen alle Ehre.

Was am Wochenende auffiel: Nicht die großen Parkplätze wie an der Passhöhe in Mühlleithen waren besonders gefragt. Die Skiläufer und Winterwanderer nutzen gerne die vielen kleineren Parkmöglichkeiten, so in Kottenheide, am Schneckenstein oder am Parkplatz Kielfloßgraben an der Straße zwischen Klingenthal und Muldenberg.

In Schöneck hatte die Dienstleistungs- und Tourismus GmbH das bislang geschlossen gewesene Parkhaus geöffnet, um einer eventuellen wilden Parkerei im Stadtgebiet vorzubeugen. Es wurde genutzt, wie auch die zahlreichen Parkmöglichkeiten am ehemaligen Bahnhof. Der Abschnitt der Kammloipe zwischen Schöneck und dem Parkplatz Kielfloßgraben war kurzfristig gewalzt worden und wurde auf der privat betriebenen Website Kammloipe.de als "gut befahrbar" bewertet.

Ein interessantes Bild bot auch die Loipe in Grünbach. Wie aufgereiht auf einer Perlenkette waren dort allein am Samstag bis in den Abend die Skiläufer unterwegs. Auf den Parkplätzen am Ortseingang Grünbach und an der Loipenbrücke war selten ein Stellplatz frei.

Auch die am Freitagabend präparierte Ortsloipe in Hammerbrücke wurde von vielen großen und kleinen Skiläufern genutzt. Etliche Winterwanderer nutzen die Parkplätze in Muldenberg für eine Tour um die Trinkwassertalsperre.

Die Parkplätze an der Passhöhe in Mühlleithen waren bereits am Freitagnachmittag gut belegt, und auf dem Rodelhang herrschte viel Betrieb. Dort fehlt aber noch immer ein bereits vor Jahresfrist diskutiertes Fangnetz, das verhindert, dass Schlittenfahrer oder herrenlose Gefährte auf die B 283 rutschen, wie es im Vorjahr wiederholt passiert ist.

Dass die Skiläufer am Wochenende vielfach nicht Mühlleithen als Ausgangspunkt wählten, dürfte damit zusammenhängen, dass im Vorfeld angekündigt war, dass der VSC den Abschnitt der Kammloipe nicht bewirtschaften werde, solang die 15-Kilometer-Regel gelte. Zum Präparieren der Kammloipe zwischen Muldenhammer, Mühlleithen und dem Aschberg, wo aktuell etwa 30 Zentimeter Schnee liegen, war zumindest am Samstagfrüh die Pistenraupe aus Hammerbrücke im Einsatz gewesen.

Laut Polizei sollte es zunächst keine gezielten Kontrollen auf den Parkplätzen in den Skigebieten zur Einhaltung der 15-Kilometer-Regel geben. Doch in Mühlleithen schaute sich am Samstagvormittag eine Streife der Landespolizei die Situation auf den Parkplätzen an der Passhöhe an. Vorkommnisse seien in den Wintersportorten bis Sonntagnachmittag nicht festgestellt worden, bilanzierte ein Sprecher der Polizeidirektion Zwickau.


Winterwandertage abgesagt

Die vom 3. bis 6. Februar geplant gewesenen 1. Vogtländischen Winterwandertage sind abgesagt. Darüber informierte am Wochenende Kathrin Hager, die Präsidentin des Verbandes Vogtländischer Gebirgs- und Wandervereine. Unter den aktuellen Pandemie-Bedingungen sei es unmöglich, dieses Wanderevent durchzuführen, die Gesundheit habe Vorrang, betonte sie. Die Veranstaltung war als Fortführung des 4. Deutschen Winterwandertages gedacht gewesen, der vor Jahresfrist in Schöneck stattgefunden hatte, zu dem sich 1950 Wanderfreunde angemeldet hatten. Geplant für die 1. Vogtländischen Winterwandertage waren Wanderungen in Muldenhammer, in Schöneck, in Klingenthal, und zum Abschluss in Erlbach. (tm)

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33 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 6
    0
    Gebirger
    11.01.2021

    Ich vermute, dass man sich beim Skilanglauf eher nicht mit Corona infizieren kann. Vielleicht wäre es schlauer, mehr Loipen zu spuren, um die Sportler besser zu verteilen und nicht zu konzentrieren. Langlauf ist im Infektionsgeschehen bestimmt wesentlich ungefährlicher als Arbeit oder Schule. Man kann Menschen nicht nur einsperren, man sollte ihnen auch ungefährliche Alternativen bieten. Das große Loipennetz im Erzgebirge und Vogtland bietet sicher genug Möglichkeiten dafür.

  • 6
    8
    FiliMultin
    11.01.2021

    Die Kontrollen sollten aber unbedingt, und nicht nur am Wochenende, fortgesetzt werden. Denn ohne Kontrollen ist die aktuelle Corona-Verordnung nur ein „Papiertiger“. Der Mensch lernt manchmal nur durch Schmerz. Nur wenn der Schmerz groß genug ist, gibt es auch eine Verhaltensänderung.

  • 17
    0
    Erstaunt
    11.01.2021

    Kleine Anmerkung:Das Kennzeichen allein ist kein Indiz für eine Missachtung der 15km-Regel.
    Man darf nämlich nach einem Umzug bei Ummeldung des KFZ durchaus das Kennzeichen behalten. (Hängt vom Landkreis ab) und zweitens, Leute mit die ihren Firmenwagen auch privat nutzen dürfen, haben auch nicht zwingend ein „heimisches“ Kennzeichen.
    Glück Auf!