Oberland im Lichterglanz

Weihnachten ist das Fest des Lichts. Entsprechend zeigen sich auch viele Orte im oberen Vogtland im Lichterglanz - ob Markneukirchen, Tannenbergsthal (unten Links), Erlbach (unten Mitte) oder die weithin sichtbare Weihnachtsfichte am Rathaus Schöneck (unten rechts). Viele Weihnachtstraditionen im Vogtland wurden schon vor Generationen aus dem Erzgebirge übernommen und teilweise weiter entwickelt. Das älteste Zeugnis der Weihnacht im Vogtland ist inzwischen 350 Jahre alt - 1670 verfasste der Poet M. David Trommer aus Plauen die Kurtze Christ-Comodie, in der der Rupperich als eine der Hauptgestalten in den vogtländischen Weihnachtsbräuchen neben dem "Heiligen Christ" die Haupt- rolle spielt. Trommer war um 1640 in Plauen als Sohn eines Kantors geboren worden und studierte in Wittenberg Theologie. Der Falkensteiner Friedrich Barthel nahm das Stück 1970 in sein Buch "Wie iech miech af Weihnachten fraa" auf. Das Weihnachtsbuch erlebte in der DDR mehrere Auflagen. Im Vogtland war es traditionell nicht der Weihnachtsmann oder Nikolaus, der die Geschenke brachte, sondern der Rupperich oder Ruamprecht. Hinter der Figur steht der Götter- vater Wotan, der vom Herrn zum Knecht herabgesetzt wurde, als sich das Christentum in Germanien verbreitete. (tm)

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