Oberschule Adorf hat langfristig Bestand

Die Pläne des Landkreises sehen grundsätzlich Bedarf für die Zentralschule, die am morgigen Samstag zum Tag der offenen Tür um neue Schüler wirbt.

Adorf.

Aufatmen in Adorf: "Die Oberschule hat mittel- und langfristig Bestand" - so steht es schwarz auf weiß als Bedarfsprognose im aktuellen Schulnetzplan des Vogtlandkreises. Die Nachricht kommt rechtzeitig vor dem Tag der offenen Tür, mit dem die Zentralschule am morgigen Samstag in der Zeit von 10 bis 12 Uhr ihre Stärken und Besonderheiten herauskehren will. Am Montagabend liegt der Schulnetzplan dann Adorfs Stadträten zur Zustimmung vor. In öffentlicher Sitzung ab 19 Uhr im Ratssaal geht es um die Entwicklung der Schulen bis 2028/29.

Bürgermeister Rico Schmidt (SPD) kennt aber auch Teil 2 der Wahrheit. Treffen die aus Geburten errechneten Schülerzahlen ein, so pegeln sich diese an der Zentralschule ab 2022/23 bei etwa 170 Schülern ein. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2016/17 besuchten noch 299 Kinder und Jugendliche das Adorfer Haus. Die Prognose geht auf absehbare Zeit von nur einer fünften Klasse pro Schuljahr aus. Das ist in Adorf bereits jetzt der Fall und als Abweichung für Schulen im ländlichen Raum im sächsischen Schulgesetz auch erlaubt. Das Gesetz sieht sonst mindestens zwei Klassen mit mindestens 20 Schülern pro Schuljahr vor. Es sei paradox, dass Adorf im Lauf eines Schuljahrs durch Rückkehrer diesem Wert nahekommt, so Schmidt. "Aber da lässt sich niemand drauf ein", weiß der Rathauschef, dass die Schülerzahl am Schuljahresbeginn zählt. Ziel der Stadt seien weiter zwei Klassen pro Schuljahr. Genauso sieht es der Kreis. Auf dem Weg dahin sieht Adorfs Bürgermeister aber auch die Landespolitik am Zug. "Es gibt keine Gleichbehandlung nach dem sächsischen Schulgesetz. Das müssen wir bis hoch zu den Abgeordneten geben", moniert der SPD-Politiker, dass aus seiner Sicht öffentliche Schulen gegenüber Schulen in freier Trägerschaft benachteiligt sind - Stichwort Mindestschülerzahl.

Wer mehr Schüler will, muss aber auch selbst trommeln. Die Stadt tut dies offensiv. In neugestalteten Infomappen nimmt die Berufsorientierung großen Platz ein: Praxisberater und Berufseinstiegsbegleiter für die Klassen 7 bis 9 zählen hier ebenso dazu wie mit Kooperationspartnern vorbereitete Praxistage oder eine Berufsorientierungsmesse am 18. März. Die Lehrküche mit Speiseraum gilt mit Siegen beim regionalen Kochpokal um die Kartoffelkrone und folgenden Auftritten bei der Grünen Woche als Aushängeschild. Die Theatergruppe der Schule war mehrfach bei den Großenhainer Theatertagen erfolgreich, die Oberschule war die erste Klimaschule der Region. Punkten will die Schule auch mit moderner Ausstattung: Die Schule ist 2009 bis 2011 umfangreich saniert und mit einer Zweifeldersporthalle aufgewertet worden. Zum Tag der offenen Tür am morgigen Samstag gibt es Führungen durch Klassenräume, Fachkabinette, Turnhalle sowie Küche. Überraschungen, Kulinarisches und ein kleines Musikprogramm sind vorbereitet. Grundschüler der Klasse 4 können sich für den künftigen Besuch der Zentralschule anmelden.

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