Oberschule jetzt mit Bläserklasse

Premiere in der Klingenthaler Bildungseinrichtung: 23 Mädchen und Jungen wollen Musik machen. Hinter dem Projekt steht ein musikalischer Schulleiter.

Klingenthal.

Stolz präsentierten sich am Montag die Mädchen und Jungen der Klasse 5a der Klingenthaler Oberschule mit ihren Instrumenten, die sie in den nächsten Wochen und Monaten spielen lernen wollen. Es ist eine Premiere für die Oberschule. Die Anregung für eine Bläserklasse ging von Carsten Schlosser aus. Er ist der Leiter der erst seit dem vergangenen Jahr bestehenden Bildungsstätte.

"Die Idee habe ich aus Oelsnitz mitgebracht. Jetzt gehen wir das Vorhaben an. Im vergangenen Jahr war es für ein solches Projekt noch zu früh, da musste erst einmal der Schulbetrieb in Gang kommen", erzählte Schlosser. 2018 hatte er sich trotzdem sofort darum bemüht, dass die neuen Oberschüler gemeinsam mit der Grundschule und dem Gymnasium das traditionelle Adventskonzert gestalteten, das am 14. Dezember in der Rundkirche "Zum Friedefürsten" stattfand. Schlosser ist nebenher selbst als Musiker im Stadtorchester Klingenthal tätig.

Gut sechs Wochen hatten die Fünftklässler die Möglichkeit zum Ausprobieren der verschiedenen Instrumente. Nun hat jeder das gefunden, das im zusagt. Sieben entschieden sich für die Klarinette, fünf für die Querflöte, vier für die Trompete, je zwei für Saxofon, Tenorhorn und Posaune, einer bläst die stimmgewaltige Tuba. Vier Stunden Musik pro Woche stehen nun künftig im Stundenplan - drei Stunden gemeinsam als Orchester, dazu eine Stunde Einzelunterricht. Unterstützung, auch personell, gibt es dabei durch Lehrkräfte der Musikschule Vogtland. "Unser Projekt stellt keine Konkurrenz zur traditionellen Musikschule dar. Im Gegenteil, es kann und soll die Grundlage für eine Kooperation sein", zeigte Carsten Schlosser auf.

Gefördert wird die Klingenthaler Bläserklasse aus Fördertöpfen, die der Freistaat für Angebote im Bereich der Ganztagsschule zur Verfügung stellt. Finanziert werden sie aus Steuergeldern. 17.000 Euro wurden für das Klingenthaler Projekt bewilligt. Ohne diese finanzielle Unterstützung wäre die Realisierung eines solchen Vorhabens an einer Schule wahrscheinlich kaum möglich. Allein 10.000 Euro flossen für den Kauf der Instrumente.

Das musikalische Projekt mit der Klasse 5a ist zunächst auf zwei Jahre geplant. Carsten Schlosser: "Toll wäre es natürlich, wenn wir die Schüler damit bis zur zehnten Klasse führen könnten." Dass talentierte Mädchen und Jungen ihr Können an der Musikschule weiter vertiefen, ist möglich und gewollt. Das ist Teil der Kooperation, die von ihm angesprochen wurde. "Vielleicht spielen einige der jetzigen Fünftklässler in einigen Jahren im Klingenthaler Stadtorchester oder in anderen Klangkörpern. Nachwuchs für die Orchester wird gebraucht, wenn Klingenthal seinen Ruf als Musikstadt auch in Zukunft gerecht werden will", machte er deutlich.

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