Oelsnitz: Autozulieferer Ideal will 25 Millionen Euro investieren

Das Unternehmen hat angekündigt, das Werk in der Sperkenstadt auszubauen. Dabei wird der Standort deutlich gestärkt.

Oelsnitz.

Der Automobilzulieferer Ideal will seinen Standort im Oelsnitzer Industriegebiet Johannisberg deutlich stärken. Wie Werkleiter Kester Patze im Oelsnitzer Stadtrat informierte, will das Unternehmen rund 25 Millionen Euro investieren - 15 Millionen Euro in neue Hallen beziehungsweise Infrastruktur, 10 Millionen Euro in zwei technische Anlagen. Die Arbeiten sollen binnen zwei Jahren erfolgen. Ideal Automotive produziert in Oelsnitz Nadelvlies, aus dem anschließend unter anderem Kofferraumteile - beispielsweise Ladeböden, Seitenverkleidungen oder Reserveradmulden - hergestellt werden.

Grund für die Erweiterungspläne in Oelsnitz ist ein Brand in einem zur Unternehmensgruppe gehörenden Werk in Rheinland-Pfalz. Die Wiederherstellung der Kapazitäten will Ideal dazu nutzen, alle Aktivitäten zum Thema Vlies an einem Standort - in Oelsnitz - zusammenzuführen. "Dann haben wir in der Gruppe hier die alleinige Kompetenz", sagte Kester Patze. Ein Pfund, das den Standort Oelsnitz langfristig sichert. Aktuell werden in dem Werk 275 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Information im Stadtrat war nötig, weil Ideal Baugrenzen im Industriegebiet überschreiten will und dazu die Zustimmung des Stadtrates benötigt. Laut Stadtverwaltung sei das Vorhaben dennoch städtebaulich vertretbar. Der Rat stimmte den Plänen dann auch einstimmig zu.

Stadtrat Frieder Jäckel (AfD) hatte sich im Vorfeld bei Ideal über die Pläne informiert. "Es ist klug vorbereitet", sagte er. Eine neue Halle - sie wird mit einer Höhe von zwölf Meter um drei Meter höher sein als der aktuelle Baubestand - füge sich gut in den Komplex ein. Jäckel hob zudem hervor, dass Oelsnitz in einem Bereich der Autoindustrie gewinne, der nicht abhängig sei vom Strukturwandel hin zum Elektroauto. "Wir sind angetan und werden zustimmen", so Jäckel.

Ideal Automotive wurde im Jahr 1964 als Schaeffler Teppichboden GmbH am Stammsitz in Bamberg gegründet. Weltweit beschäftigt die Unternehmensgruppe heute mehr als 4000 Mitarbeiter. Im Jahr 2019 betrug der Umsatz rund 377 Millionen Euro.

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