Oelsnitz gibt Impuls für Schau

Eine Wanderausstellung zum grenzenlosen sächsisch-bayerischen Grenzgebiet bringt in Regnitzlosau viele Besonderheiten.

Regnitzlosau.

Es muss einen triftigen Grund geben, wenn die Regnitzlosauer ihre Kirmes vom Stammplatz weg verlegen. Das passiert am 10. November, einen Tag nach dem 30. Jahrestag des Mauerfalls. Vom Postplatz zieht die Herbstkärwa mit 20 Ständen zur Grotte des Pfarrhofs. Schulstraße 1 um. Der Grund: Die Grotte ist Station 4 der Wanderausstellung Grenzenloses Sächsisch-Bayerisches Grenzgebiet nach Oelsnitz, Weischlitz und Plauen. Ihre Wurzeln hat die Schau in Oelsnitz.

Neugierig gemacht auf erlebte Geschichte am Eisernen Vorhang hat die Regnitzlosauer 2018 Eckardt Scharf, Chef des Fördervereins des Oelsnitzer Julius-Mosen-Gymnasiums, sagt Wolfgang Zeeh vom Team Freizeit & Tourismus der Gemeinde Regnitzlosau. Unter Scharfs Ägide entstand die Schau. "Aus der Idee, dass wir die sie zeigen, hat sich relativ schnell viel mehr entwickelt", erklärt Zeeh - neben dem Team Freizeit & Tourismus sind Gemeinde und Kirche im Boot. Für Regnitzlosau ist die Schau eine Neuigkeit, sagt Zeehs Mitstreiter Dieter Hau. Und: "Wir wollen die Schau nicht nur einen Tag zeigen, sondern eine ganze Woche und sie auch mit Vorträgen verbinden", betont Wolfgang Zeeh. Hier spielt auch der sächsische Teil des Vogtlandes eine Rolle.

Auftakt ist am 8. November, mit dem ab 18 Uhr mit dem Losauer Lichterzauber entlang der Regnitz und in der Hopfenmühle. Zur Vernissage für geladene Gäste am 9. November, 16 Uhr kommt ein besonderer Gast - Ralf Kahlen, Schauspieler aus Oldenburg, startet seine 1400-Kilometer-Tour entlang des früheren Todesstreifens, die später in ein Buch münden soll. Zur Herbstkärwa am 10. November ab 13 Uhr sind alle Gäste bei freiem Eintritt eingeladen.

Den ersten Vortrag am 11. November ab 19 Uhr hält Werner Pöllmann aus Sträßel bei Markneukirchen - es geht dabei um die sächsisch-bayerische Landesgrenze. Am 12. November, 19 Uhr geht es um eine Flucht 1988 über die gesicherte Grenze. Der Flüchtling landete damals bei Bernhard Wölfl, der in der Nähe des Dreiländerecks wohnt. Heute ist der Mann Professor, Wölfl wird über das Geschehen vor 30 Jahren sprechen. Am 13. November, 19 Uhr stellt der ehemalige Grenzer und Grenzführer Burkhard Hauenstein Filme über die frühere Grenze vor - unter anderem hielt er das Minensprengen fest. Nicht die einzigen Filmdokumente: Kleine, bislang unbekannte Streifen der Grenzöffnung Posseck-Nentschau am 21. Dezember 1989 werden in der Schau zu sehen sein, so Wolfgang Zeeh.

Abgerundet wird das Programm von einem Projekttag für die Klassen 3 und 4 der Regnitzlosauer Schule (14. November) und einem Vortrag von Gerhard Hopperdietzel am 15. November, 15 Uhr im Café d(t)ankbar in der Grotte. Von der Schau erhoffen sich die Organisatoren nicht nur neue Kontakte, sondern wünschen sich auch eine Langzeitwirkung für Regnitzlosau. "Es wäre gut, wenn sie auch der Kärwa einen Impuls gibt", sagt Dieter Hau.

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