Oelsnitz plant Straßenlaternen als Elektroauto-Ladestation

Die Anzahl der Elektro- autos und das Netz der Zapfstellen im Kreis steigt langsam. Ein Versorger hat ganz besondere Pläne.

Oelsnitz/Plauen.

Auf den vogtländischen Straßen sind mehr Elektroautos unterwegs. Zudem gibt es mehr Stromtankstellen. Letzterer Fakt ist nachzulesen in der dritten Auflage der Ladestellen-Broschüre des Vogtlandkreises, die am Montag im Landratsamt vorgestellt wurde. Das Heft entstand zusammen mit der Envia Mitteldeutsche Energie AG sowie den Stadtwerken Reichenbach, Oelsnitz und Plauen. Auf jeder Seite der Broschüre befinden sich eine Ladesäule mit Adresse, dem auf einer Karte eingezeichneten Standort, und Angaben zu Öffnungszeiten, Kosten oder Anmeldefristen.

Standen den Besitzern von Elektroautos im Landkreis vor drei Jahren nur 26 Stromtankstellen zur Verfügung, sind es nun 62. Das Netz dieser Zapfsäulen mit insgesamt 138 Ladepunkten lässt sich auch im Geoportal des Vogtlandkreises im Internet abrufen. Dort sehen Nutzer zugleich die Verteilung der Lademöglichkeiten in der Region - die Schwerpunkte finden sich rund um Plauen, Reichenbach, Oelsnitz und Auerbach.

"Die Marktumstellung ist langsam", räumt Landrat Rolf Keil (CDU) ein. Die Anschaffung eines Elektrofahrzeuges sei auch eine Frage des Preises. Die Zahl der E-Autos stieg in den vergangenen sechs Monaten von 169 auf 197. Zur Einordnung: Die Zahl der zugelassenen Pkw im Kreis lag Ende Juni bei 136.640. Man wolle immer wieder "kleine Lockangebote machen", so der Landrat. Eine Ladestellen-Broschüre wird seit 2014 veröffentlicht. Grund: "Es ist immer noch keine Plattform in Deutschland vorhanden, auf der man die Zapfsäulen einsehen kann", so Uwe Hergert, seit 2008 als Energiebeauftragter im Landratsamt.

Die Stadtwerke Reichenbach, Oelsnitz und Plauen kündigten den Ausbau des Netzes an- Oelsnitz mit einem besonderen Vorhaben: Bei der Erneuerung des Straßenlichts an der Dr.-Friedrichs-Straße stellte der Betrieb sieben neue Laternen mit LED-Technik auf und schuf so die technischen Voraussetzungen für das Nutzen dieser Lampen als Zapfsäule für Elektrofahrzeuge. 13 Ladepunkte wären so in kurzer Zeit herstellbar, ließ Jens Mocker von den Oelsnitzer Stadtwerken wissen. "Wir haben für dieses Projekt Fördermittel beantragt", blickte er voraus. Wann mit einer Umsetzung zu rechnen ist, konnte er jedoch noch nicht sagen.

Auch anderenorts gibt es Pläne: "Wir wollen es den Reichenbachern gleichtun", kündigte etwa Peter Kober von den Stadtwerken Strom Plauen an und meinte die Schaffung von Ladestellen für Elektrofahrräder. Eine gab es seit 2017 am Eingang der Stadtwerke in der Neuberinstadt, sie zog dann um. Die am stärksten genutzte Autoladesäule Plauens steht laut Kober auf dem Klostermarkt. Kober kündigte weitere Ladesäulen an. Stephanie Hochmuth, Kaufmännische Leiterin der Stadtwerke Reichenbach, verkündete für Reichenbach bereits konkrete Konkretes: "Weitere sieben Ladepunkte sind geplant", benannte sie die Klinik und die Fläche der Landesgartenschau als Standorte.

Die neue Ladestellen-Broschüre liegt in einer Auflage von 10.000 Exemplaren im Landratsamt, Kommunen und Autohäusern bereit.

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