Oelsnitzer Narren werden 65

Am 12. Dezember 1955 schlug die Geburtsstunde des Faschingsclubs. Aber warum ging es eigentlich damals nicht am 11.11. los?

Oelsnitz.

Heute vor 65 Jahren schlug sie, die Geburtsstunde des Oelsnitzer Faschings: Am 12. Dezember 1955 ging im damaligen, mittlerweile abgerissenen Gewerkschaftshaus am Markt die allererste organisierte Veranstaltung des Oelsnitzer Carnevalsclubs (OCC) über die Bühne. Der um einem Monat und einen Tag verspätete Sessionsbeginn war der Tatsache geschuldet, dass der neugegründete Club - er gehörte offiziell der Kulturgenossenschaft des Handwerks an - bis zum ursprünglich angepeilten Start am 11.11. mit den Vorbereitungen einfach nicht fertig geworden war. So einigte man sich eben auf den 12.12. als Auftakt. Die Pioniere des Sperken-Faschings stammten hauptsächlich aus Handwerkerkreisen. Erster Präsident war Schneidermeister Kurt Steinert, als erstes Prinzenpaar gingen Hansi Wolf und Gisela Peeg in die Geschichte ein. Die erste Büttenrede hielt Egon Roßner. Von der kommunistischen Obrigkeit in der Nachkriegs-DDR wurde die Narretei zwar nicht wirklich begrüßt, aber geduldet. Aber auch die damaligen Machthaber erkannten, dass die Narren einen äußerst beliebten Teil des Lebens in der Sperkenstadt gestalteten und ließen sie daher gewähren. Auch in der Nachwendezeit zählten Faschingspartys und Büttenabende des OCC zu den kulturellen Höhepunkten im städtischen Leben. Dass die aufgrund der Corona-Einschränkungen derzeit auf Eis gelegte Narretei bald wieder auflebt, hoffen nicht nur die Mitglieder des Vereins.

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