Pfarrer verlässt das Vogtland

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Für Jan Peter Becker endet die Dienstzeit als Geistlicher im Vogtland: Sechseinhalb Jahre war er in Taltitz, zwölf in Treuen. Er geht nach Bad Lausick.

Taltitz/Treuen.

Die Tage sind gezählt: Eine Woche bleibt Pfarrer Jan Peter Becker der Evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Treuen noch erhalten. Dann zieht er weiter. Nächste Station ist Bad Lausick. Bis zum Verabschiedungs-Gottesdienst am 7. Februar fällt noch eine Menge Arbeit an. Die ist allerdings privater Natur. "Wir packen seit Wochen", erklärt er und meint damit sich und seine Frau Elisabeth. Im Oktober 2008 besetzte Jan Peter Becker die Stelle als 2. Pfarrer der Kirchgemeinde. In jüngster Vergangenheit reichte sein Aktionsradius über die Stadt und ihre zwölf Ortsteile hinaus. Gegen Ende 2019 übernahm Becker parallel Dienste in Waldkirchen und Irfersgrün.

Der Abschied vom Vogtland fällt ihm schwer. "Ich bin gerne hier gewesen. Wir haben uns gut verstanden", sagt der Pfarrer. Jan Peter Beckers letztes Treuener Jahr überschattete die Corona-Pandemie. "Es war für mich als Pfarrer schmerzhaft gewesen, die Gemeindeglieder nicht besuchen zu können", sagt er. "Das tue ich sonst gerne." Viele hätten Hausbesuche sogar abgelehnt. Becker zeigte Verständnis: "So etwas ist wegen der Ansteckungsgefahr völlig nachvollziehbar." Andererseits schaut der Pfarrer auf ein spannendes Jahr zurück. "Wegen der gesamten digitalen Entwicklung. Was sich da aufgetan hat, ist schon erstaunlich", bilanziert er. Erstmals leitete er Videokonferenzen. "Das war sehr interessant", sagt der 53-Jährige.

Neuland betrat er auch an Heiligabend 2020. Corona-bedingt konnte es nur einen Livestream-Gottesdienst geben. Den richtete die Waldkirchener Gemeinde aus. In Erinnerung wird ihm dabei auch dessen Entstehungsgeschichte bleiben. Ohne Vorerfahrung in solchen Dingen sei innerhalb von zwei Monaten die gesamte Technik installiert gewesen, staunt er. "Das nehme ich auf alle Fälle als positive Erfahrung aus dem letzten Jahr mit."

Demnächst brechen Jan Peter und Elisabeth Becker neuen Ufern auf. Bad Lausick wählten sie aus einem bestimmten Grund. "Dort haben wir erstmals als Paar eine Stelle", berichtet er. Das heißt, seine Frau wird in der gleichen Kirchgemeinde beschäftigt sein. Während ihrer Treuener Zeit arbeitete sie in Schöneck, Tirpersdorf und Arnoldsgrün als Kantorin. Über künftige Dienstorte dürfen Pfarrer mitentscheiden. "Ich kann mich frei bewerben. Es müssen aber gewisse Rahmenbedingungen erfüllt sein", sagt Jan Peter Becker. Das betrifft insbesondere die Zeitspanne. Von der Landeskirche werde üblicherweise nach zehn bis zwölf Jahren ein Wechsel nahegelegt. "Maximal sind 14 Jahre möglich." Nach Oelsnitz und Taltitz war Treuen für Jan Peter Becker die dritte Station im Vogtland. Von 1996 bis 1999 übte er seinen Beruf in den USA aus, dann drei Jahre in seiner westfälischen Heimat. Wann die Pfarrstelle in Treuen neu besetzt wird, ist offen "Das soll erst richtig in Angriff genommen werden, wenn ich verabschiedet worden bin."

Der Verabschiedungs-Gottesdienst am Sonntag, 7. Februar in der St.-Bartholomäus-Kirche Treuen beginnt 14 Uhr. Anmeldungen per Mail sind erforderlich.www.kirche-treuen.de

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